Kicker
In der Liga-Zeitung berichten Trainer über Aufstieg und Niedergang ihres Vereins und verdienen sich so pro ZAT ab 80 Worten 0,3 Punkte TK-Bonus. Ab 120 Worten sogar 0,4!
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| ZAT 12, SamiNo für Eintracht Frankfurt am 11.04.2026, 19:39 | |
Am Freitag vor dem letzten ZAT der Saison 2026-1 saßen SamiNo und JP nicht im Besprechungsraum, nicht auf dem Trainingsplatz und ausnahmsweise auch nicht vor irgendeiner Tabelle. Sie saßen im Fundbüro des Weserstadions. Das war keine Metapher. JP hatte dort angerufen. „Chef“, hatte er am Morgen gesagt, „wenn wir schon nach Bremen fahren, können wir auch vorher prüfen, ob dort etwas von uns liegt.“ „Was genau soll dort von uns liegen?“ JP hatte kurz überlegt. „Würde. Ruhe. Vielleicht ein Punkt.“ Und weil in einer Saison wie dieser niemand mehr die Kraft hat, schlechte Ideen konsequent zu stoppen, saßen sie nun tatsächlich in einem kleinen Raum mit grauem Teppich, einem Automaten für Wartenummern und einer Frau hinter Plexiglas, die aussah, als hätte sie im Leben schon sehr viele Regenschirme, drei Eheringe und eine menschliche Restwürde katalogisiert. „Name?“ fragte sie. „Eintracht Frankfurt“, sagte JP. Die Frau tippte nichts. „Ich meine Ihren Namen.“ „Ach so. Jean-Pierre.“ „Und wonach suchen Sie?“ JP beugte sich vor. „Nach dem Klassenerhalt.“ SamiNo schloss kurz die Augen. Die Frau hinter dem Glas sah nicht überrascht aus. Vermutlich hatte sie schon schlimmere Dinge gehört. Vielleicht von Schalkern. „Beschreiben Sie den Gegenstand bitte genauer“, sagte sie. SamiNo räusperte sich. „Er ist klein, etwas angekratzt, aber noch brauchbar. Man erkennt ihn daran, dass man ihn nicht feiern kann, aber dringend behalten will.“ Die Frau nickte, als passe das exakt in ihr Formular. „Farbe?“ „Grau“, sagte JP. „Mit leichtem Angstschimmer.“ Sie stand auf und verschwand in einem Nebenraum. Aus irgendeinem Grund machte sie das, als sei dies kein absurder Witz, sondern ein regulärer Verwaltungsvorgang. Vielleicht ist das die eigentliche Stärke Norddeutschlands: Man nimmt alles ernst, solange es eine Nummer ziehen musste. JP blickte sich um. Auf einem Regal standen Fundstücke in Klarsichtboxen. Schlüsselbund. Kinderschuh. Handyhülle. Ein Schal von 2009. Ein einzelner Torwarthandschuh. Eine Thermoskanne. Dinge, die jemand einmal dringend brauchte und dann verlor. „Chef“, flüsterte JP, „stell dir vor, der Klassenerhalt liegt einfach in Box 17 zwischen Regenschirm und Würde.“ „Dann hoffe ich, dass Augsburg die Box nicht reserviert hat.“ Draußen fuhr ein Bus vorbei. Bremen-Niesel an den Fenstern. Die Saison hatte sich genau hierhin verdichtet: auf eine Behörde, einen möglichen Fehler und das diffuse Gefühl, dass andere gerade auch auf etwas warten. In Hamburg wartete Augsburg. In Frankfurt wartete die Angst. Und ganz oben in der Tabelle warteten jene, die sich noch immer aufführten, als sei jede Woche ein historisches Ereignis mit Laiendarstellern und zu viel Pathos. JP zog sein Handy heraus. „Der Mann aus Hamburg hat schon wieder geschrieben.“ „Natürlich hat er das.“ „Diesmal klingt es wie eine schlechte Schultheaterprobe mit Megafon.“ „Dann lies es nicht.“ JP las es trotzdem. Nur sein Gesicht. Erst Skepsis, dann Müdigkeit, dann diese spezielle Form von Fremdscham, die entsteht, wenn ein Erwachsener öffentlich Dinge sagt, die man nicht einmal nach zwei Gläsern Familienfeier-Merlot verantworten würde. „Chef“, sagte JP schließlich, „ich glaube, manche Menschen reden so, als hätten sie Angst, dass man sie sonst gar nicht bemerkt.“ SamiNo nickte. „Ja. Und manche werden dann trotzdem nur bemerkt, weil sie reden.“ „Ist das traurig?“ „Nein. Nur anstrengend.“ Die Frau vom Fundbüro kam zurück. In der Hand hielt sie eine graue Kunststoffkiste. Sie stellte sie mit einer Gravitas auf den Tresen, als reiche sie ein Beweisstück in einem Prozess ein. „Wir haben hier etwas, das passen könnte.“ JP trat einen Schritt nach vorn. In der Kiste lagen: ein zerknickter Spielberichtsbogen, zwei halbvolle Müsliriegel, ein Schienbeinschoner, ein Kugelschreiber mit der Aufschrift "Nur nicht nervös werden" und ein kleiner Zettel. SamiNo nahm den Zettel heraus. Darauf stand in krakeliger Schrift: „Nicht schön. Nur genug.“ Er sah JP an. JP sah zurück. „Chef“, sagte er leise, „das könnte von uns sein.“ „Ja“, sagte SamiNo. „Oder von jeder Mannschaft auf Platz 15 seit Einführung der Drei-Punkte-Regel.“ Die Frau hinter dem Tresen hob fragend die Augenbrauen. „Ist das Ihrer?“ SamiNo faltete den Zettel einmal und steckte ihn in die Jackentasche. „Jetzt schon.“ Draußen hatte es angefangen zu regnen. Bremen wirkte dadurch noch bremischer. Sie gingen schweigend zurück zum Auto. Auf dem Parkplatz blieb JP plötzlich stehen. „Weißt du“, sagte er, „vielleicht ist das der ganze Fehler. Alle tun immer so, als brauche man im Saisonfinale etwas Großes. Eine Botschaft. Ein Zeichen. Einen totalen irgendwas.“ „Und?“ JP zuckte mit den Schultern. „Vielleicht braucht man am Ende nur etwas, das nicht schön ist. Nur genug.“ SamiNo öffnete die Beifahrertür, setzte sich aber noch nicht hinein. „Das ist zum ersten Mal seit Wochen ein brauchbarer Satz von dir.“ JP strahlte. „Schreib ich das auf?“ „Nein“, sagte SamiNo. „Diesmal behalten wir es für uns.“ Als sie losfuhren, blieb das Fundbüro hinter ihnen zurück. Und auf dem Armaturenbrett lag kein Plan, keine Formel, keine große Rede. Nur ein zerknickter Zettel mit einem Satz, der in keinem Leitartikel gut aussehen würde – aber vielleicht genau deshalb taugte.
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| 1077 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Großer Sprung und Endspurt
| ZAT 12, The_Game1985 für Borussia Dortmund am 09.04.2026, 10:44 | |
Borussia Dortmund blickt auf ein erfolgreiches Wochenende zurück: Dank einer beeindruckenden Serie von drei Siegen in Folge ist der BVB in der Bundesliga-Tabelle regelrecht nach oben katapultiert worden. Mit einem Sprung um gleich sechs Plätze belegt Schwarz-Gelb nun den vierten Tabellenrang. Damit steht der Club aktuell auf einem Platz, der die Qualifikation für das internationale Geschäft in der kommenden Spielzeit garantieren würde. Doch die Freude über den sportlichen Aufschwung wird von einer gewissen Skepsis begleitet. Es bleibt fraglich, ob der BVB diese Position über das kommende Wochenende hinaus verteidigen kann. Das Restprogramm hat es in sich: In der Liga warten zwei schwierige Auswärtsreisen nach Augsburg und Kiel. Dazwischen empfängt man im heimischen Westfalenstadion zum prestigeträchtigen Borussen-Duell die Gäste aus Mönchengladbach. Das absolute Highlight für die Schwarzgelben ist am kommenden Wochenende jedoch woanders: Das DFB-Pokalfinale in Berlin. Für die Dortmunder geht es daher auch um die Kunst der Belastungssteuerung. Um sowohl in der Bundesliga die Top-4 zu sichern als auch im Olympiastadion den Pokal in den Abendhimmel zu recken, muss der Kader perfekt rotieren und die Kräfte sind optimal einzuteilen. Es ist eine Gratwanderung zwischen Euphorie und Erschöpfung. |
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| 201 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Wollt ihr den totalen ZAT?
| ZAT 12, Torsuchti für FC St. Pauli am 06.04.2026, 11:50 | |
Der Co-Trainer.
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| 161 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Luft reichte nicht aus in Stuttgart für die komplette Saison
| ZAT 12, Florian Kraus für VfB Stuttgart am 05.04.2026, 22:14 | |
Drei Spieltage vor dem Ende der Saison zeigt sich beim VfB Stuttgart ein klares Bild: Die Luft ist raus. Trainer Florian Kraus hat es über weite Strecken der Spielzeit verstanden, seine Mannschaft zu motivieren, taktisch gut einzustellen und immer wieder an ihre Leistungsgrenze zu bringen. Gerade in der Hinrunde präsentierte sich der VfB phasenweise stabil und konkurrenzfähig, konnte wichtige Punkte sammeln und sich im gesicherten Tabellenmittelfeld etablieren.
Doch im Saisonverlauf wurde zunehmend deutlich, dass die Intensität und der personelle Aufwand ihren Tribut fordern. Verletzungen, Formschwankungen und fehlende Breite im Kader führten dazu, dass die Konstanz verloren ging. In den entscheidenden Phasen fehlte die letzte Durchschlagskraft, um Spiele zu drehen oder enge Partien für sich zu entscheiden. Die Mannschaft wirkte zuletzt müde, sowohl körperlich als auch mental.
In der aktuellen Tabellenkonstellation ist nach oben kaum noch etwas möglich, während nach unten ausreichend Abstand besteht. Der VfB befindet sich damit in einer klassischen Übergangsphase innerhalb der Saison, in der es weniger um tabellarische Ziele, sondern vielmehr um Haltung und Abschluss geht.
Trainer Kraus fordert von seinem Team nun vor allem eines: Professionalität bis zum letzten Spieltag. Die verbleibenden Begegnungen sollen genutzt werden, um sich mit Einsatz und Disziplin aus der Saison zu verabschieden und den Fans noch einmal zu zeigen, wozu die Mannschaft grundsätzlich in der Lage ist.
Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits nach vorne. Die Sommerpause wird entscheidend sein, um Kräfte zu regenerieren, strukturelle Schwächen zu analysieren und die Basis für eine stabilere und konstantere kommende Saison zu legen. Klar ist: Der VfB Stuttgart hat in dieser Spielzeit sein Potenzial angedeutet – nun gilt es, daraus mehr zu machen.
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| 435 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Ob das noch was wird
| ZAT 12, Wasserlasser für FC Augsburg am 05.04.2026, 21:49 | |
Was hat man letzte Saison gefeiert und sich gefreut? Meister, Champions League und nun schaut man schon nach dem Weg nach Villingen um gegen den FC 08 zu spielen. Was für ein Fall der Mannschaft und was ein Armutszeugnis für Trainer Wasserlasser. Von ganz oben nach ganz unten in einer Saison? Wie kann man noch zu diesem Trainer stehen und wie kann man sich das alles schön reden? Da muss doch mal einer kommen und dazwischen hauen und aufräumen. Alles muss in Frage gestellt werden, denn der Verein ist größer als jeder einzelne! |
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| 98 Wörter. (Artikel wird mit 0,3 TK honoriert) | |
Licht und Schatten
| ZAT 12, Christian für SV Werder Bremen am 05.04.2026, 10:33 | |
Beim SV Werder Bremen liegen nach dem 11. ZAT Licht und Schatten eng beieinander. Besonders der Auftakt in diese Spielphase verlief alles andere als optimal: Bei den Stuttgarter Kickers setzte es eine deutliche 0:4-Niederlage, bei der Bremen defensiv große Probleme offenbarte und offensiv kaum Akzente setzen konnte.
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| 271 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
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| ZAT 11, SamiNo für Eintracht Frankfurt am 04.04.2026, 10:45 | |
Samstagmorgen, kurz vor dem 11. ZAT. Im Teamhotel roch es nach Rührei, Filterkaffee und jener stillen Nervosität, die in Tabellenregionen entsteht, in denen jedes Frühstück wie eine Vorbesprechung des eigenen Schicksals schmeckt. SamiNo saß allein am Ende des Buffets und versuchte, ein gekochtes Ei so zu schälen, als hinge die Saison nicht an sechs verbleibenden Spielen und einer Tordifferenz, die aussah wie ein schlecht geflickter Fahrradreifen. Neben seinem Teller lag die Zeitung. Darin: der neue Text aus Hamburg. Ein weiterer Beitrag aus der Rubrik „öffentliche Selbstbewunderung mit Beleidigungsbeilage“. Er las, wie dort wieder Trainer, Vereine und Himmelsrichtungen beschimpft wurden, wie aus Gegnern Verräter, aus Rivalen Feinde und aus einem Tabellenstand ein weltgeschichtlicher Auftrag gemacht wurde. Es klang, als hätte jemand einen Schimpfkasten verschluckt und danach versehentlich eine Kolumne geöffnet. Man konnte fast Mitleid bekommen. Fast. Tourette wäre dafür übrigens die falsche Erklärung gewesen. Ein Tourette-Syndrom ist eine neurologische Sache. Das hier wirkte eher wie ein Mangel an Bremsweg. JP setzte sich mit einem Tablett voller Dinge, die nicht zusammengehörten: vier Brötchen, zwei Bananen, ein Espresso und ein leeres Glas. „Chef“, sagte er mit bleichem Gesicht, „ich habe mich geirrt.“ SamiNo blickte auf. „Das hilft bei der Eingrenzung nicht.“ JP beugte sich vor, als wolle er eine Beichte ablegen. „Die Drei ist nicht freundlich.“ SamiNo sagte nichts. Er kannte diesen Ton. Das war nicht mehr Theorie. Das war Beginn einer privaten Religion. „Ich dachte, Drei sei gut“, fuhr JP fort. „Drei Punkte. Drei Mannschaftsteile. Drei Schritte nach vorn. Aber jetzt sehe ich: Drei ist die Zahl, die so tut, als wäre sie harmlos. In Wahrheit ist sie ein Hinterhalt.“ „Mhm.“ „Der Ligaleiter hat es uns gesagt, Chef. Nicht direkt. Aber deutlich genug. Drei kassierte Tore hier, drei Heimspiele dort, drei Auswärtsspiele da, drei hätten gereicht, drei hätten vermieden… Es ist überall. Die Drei verfolgt uns.“ SamiNo schälte weiter sein Ei. „Oder sie ist eine häufige Zahl.“ JP schüttelte heftig den Kopf. „Nein. Das wäre zu einfach. Und wenn die Drei falsch ist, dann vielleicht auch die Zwei. Vielleicht gibt es gar keine sichere Zahl. Vielleicht ist alles nur eine schlecht sortierte Statistik.“ Damit begann ein sehr langer Vormittag. Im Besprechungsraum hatte JP bereits vorbereitet. Die Magnettafel war leer – bis auf drei Kreise. Dann hatte er offenbar Panik bekommen und einen vierten daneben gemalt, dann den vierten durchgestrichen, dann darunter geschrieben: „Vorsicht vor Symmetrien.“ „Was ist das?“ fragte SamiNo. „Ich weiß es nicht mehr“, sagte JP ehrlich. „Und genau das macht mir Angst.“ Er hatte die Aufwärmgruppe in vier Stationen eingeteilt, dann zwei zusammengelegt, weil vier „nach Verwaltung“ roch, und danach alles wieder auf drei zurückgebaut, was ihn sofort misstrauisch machte. Anschließend stellte er die Hütchen in einer Linie auf, weil Linien wenigstens nicht zählten, sondern nur verliefen. „Vielleicht habe ich im Leben alles falsch verstanden“, murmelte er. „Vielleicht war Mozart nie kompakt. Vielleicht sind Dreiecke nicht stabil, sondern nur arrogant. Vielleicht ist sogar Espresso keine kurze Form von Wahrheit, sondern nur Kaffee mit Minderwertigkeitskomplex.“ SamiNo stand am Fenster und sah hinaus auf den Platz, wo seine Mannschaft versuchte, sich professionell auf den Saisonendspurt vorzubereiten, während ihr Co-Trainer gerade an der Grundstruktur der Mathematik zerbrach. „JP“, sagte er ruhig, „wir spielen heute Fußball. Keine Zahlentheorie.“ JP fuhr herum. „Aber Fußball ist reine Zahlentheorie! Ergebnis, Punkte, Tabelle, Tordifferenz, TK, Minuten, Wechsel, Formationen – das ganze Spiel ist eine Excel-Datei mit Rasen!“ „Und trotzdem gewinnt manchmal das hässliche Braun“, sagte SamiNo. Das half kurz. Später beim Kaffee zählte JP die Zuckerpäckchen. Drei. Er nahm eins weg. Dann waren es zwei. Das gefiel ihm auch nicht, weil zwei „zu binär“ wirkte. Also legte er ein viertes dazu. Dann starrte er auf die vier Päckchen, als hätte er eine kriminelle Vereinigung gegründet. SamiNo blätterte noch einmal in der Zeitung. Wieder diese Tiraden. Wieder dieses laute Austeilen gegen Menschen, die morgens vermutlich einfach nur Zähne putzen und ihre Aufstellung machen wollen. Es hatte etwas Zwanghaftes, aber ohne Tragik. Mehr wie ein Mann, der glaubt, Lautstärke sei ein Argument und Reim ein Charakter. „Chef“, sagte JP plötzlich ganz leise, „was, wenn die Drei uns heute wieder erwischt?“ SamiNo sah auf die Uhr. 10:31. Er atmete einmal durch. Dann nahm er JPs Kaffeelöffel, legte ihn quer auf den Tisch und sagte: „Dann machen wir eben aus ihr eine Eins mit Querbalken.“ JP starrte auf den Löffel. Auf die Uhr. Auf den Tisch. Auf den Löffel. „Chef“, flüsterte er nach einigen Sekunden, „das ist entweder genial oder ein Hilferuf.“ SamiNo stand auf. „Im Abstiegskampf ist das oft dasselbe.“
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| 925 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Die Braunen regieren Deutschland!
| ZAT 11, Torsuchti für FC St. Pauli am 03.04.2026, 21:30 | |
Die Braunen regieren Deutschland! Unsere Boys in Brown und Eintracht |
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| 187 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Im gesicherten Mittelfeld
| ZAT 11, The_Game1985 für Borussia Dortmund am 02.04.2026, 09:54 | |
Borussia Dortmund festigt seine Position im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Maßgeblich für diese Stabilisierung waren zwei wegweisende Erfolge: Zunächst überzeugte die Mannschaft durch einen disziplinierten Auftritt beim Auswärtssieg in Mannheim, bevor sie mit einem souveränen und klaren Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig nachlegte. Diese sechs Punkte sorgen dafür, dass der BVB aktuell auf dem zehnten Tabellenplatz rangiert. Besonders wertvoll ist dabei der Blick nach unten, denn der Vorsprung auf die gefährlichen Abstiegsränge ist mittlerweile auf komfortable sieben Punkte angewachsen. Eine starke Leistung wenn man überlegt, wo das Team vor der Übernahme durch Trainer The_Game1985 stand. Am nächsten Wochenende stehen gleich zwei wichtige Heimspiele im Westfalenstadion an: Zuerst empfängt man die Kiezkicker vom FC St. Pauli, gefolgt von der Partie gegen den 1. FC Köln. Inmitten dieser beiden Heimspiel wartet zudem eine Pflichtaufgabe in der (nahen) Fremde, wenn der BVB beim aktuellen Tabellenschlusslicht in Bochum gastiert. |
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| 156 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
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| ZAT 10, SamiNo für Eintracht Frankfurt am 28.03.2026, 08:33 | |
Montagmorgen am Trainingsgelände. Frankfurt war nach dem 9. ZAT immer noch Fünfzehnter, hatte aber aus drei Spielen vier Punkte geholt. Das klang erst einmal nicht nach Apokalypse, sondern nach jener deutschen Mittellage, in der man weder jubelt noch den Notar anruft. JP stand bereits im Besprechungsraum. Auf dem Whiteboard hatte er zwei Zahlen geschrieben. 3 4 Sonst nichts. SamiNo blieb in der Tür stehen. „Was ist das?“ „Die Woche“, sagte JP. „Das sind Zahlen.“ „Eben.“ SamiNo setzte sich langsam. Er hatte in den vergangenen Monaten gelernt, dass JP besonders gefährlich war, wenn er glaubte, etwas Grundsätzliches verstanden zu haben. „Drei“, sagte JP und tippte mit dem Filzstift auf die erste Zahl, „ist im Fußball eine freundliche Zahl. Drei Punkte für einen Sieg. Drei Mannschaftsteile. Drei Sekunden, in denen du nach Ballverlust entscheiden musst, ob du noch Hoffnung hast oder schon Bundesliga bist.“ „Und vier?“ JP sah betroffen aus. „Vier ist verdächtig.“ „Warum?“ „Vier Gegentore sind zu viele. Vier Innenverteidiger diskutieren länger als drei. Vier schlechte Wochen heißen Krise. Drei schlechte Wochen heißen Phase.“ SamiNo sagte nichts. Leider klang das nicht völlig falsch. JP lief nun im Raum auf und ab wie ein Dozent, dem niemand die Lehrbefugnis entziehen wollte. „Drei ist elegant. Drei ist Dreieck. Drei ist Rhythmus. Drei ist ein sauberer Sieg, ein sauberes 3:0. Vier dagegen ist Verwaltung. Vier ist Excel. Vier ist dieses Gefühl, wenn du denkst, du hast alles im Griff, und dann verlierst du 4:0 in Braunschweig.“ „Das waren fünf“, sagte SamiNo trocken. JP blieb stehen, blinzelte, nickte langsam. „Dann war es natürlich besonders vier.“ Die Mannschaft trudelte ein. Keiner fragte nach dem Whiteboard. Alle sahen es, alle verstanden, dass das wieder so eine Woche werden würde. „Heute“, erklärte JP, „trainieren wir den Unterschied zwischen drei und vier.“ Ein Außenverteidiger hob die Hand. „Inhaltlich oder spirituell?“ „Beides“, sagte JP. Die erste Übung hieß „Triangel der Verantwortung“. Drei Spieler standen im Kreis, passten sich den Ball zu und mussten nach jedem Pass laut sagen, für welchen Mannschaftsteil sie sich heute zuständig fühlten. „Abwehr!“ „Übergang!“ „Selbstschutz!“ Bei vier Spielern hingegen, so JP, entstehe immer sofort Bürokratie. Also stellte er vier Mann in ein Quadrat. Nach sieben Sekunden diskutierten sie, wer welchen Hütchenweg zu übernehmen habe. Nach zwölf Sekunden lag der Ball im Aus. Nach fünfzehn Sekunden sagte einer: „Dann machen wir’s halt so wie immer.“ JP drehte sich triumphierend zu SamiNo um. „Siehst du, Chef? Vier ist der Anfang des Untergangs.“ SamiNo verschränkte die Arme. „Unsere Grundordnung hat trotzdem vier Verteidiger.“ „Ja“, sagte JP traurig, „wir leben nicht in einer idealen Welt.“ Am Mittag saßen sie in der Kantine. Drei Frikadellen auf SamiNos Teller. Vier auf JPs. „Absicht?“ fragte SamiNo. JP nickte. „Ich wollte den Fehler schmecken.“ SamiNo aß schweigend. JP schob eine Frikadelle von seinem Teller auf den von SamiNo. „Jetzt ist es besser“, sagte er. Am Nachmittag ging es in die Videoanalyse. JP hatte drei Gegentore und vier Gegentore gegenübergestellt. Das Problem war nur, dass er keinerlei taktische Unterschiede herausarbeitete, sondern fast ausschließlich ästhetische. „Beim dritten Gegentor“, erklärte er, „gibt es oft noch Tragik. Beim vierten kippt es ins Grobe. Beim dritten schauen die Leute betroffen. Beim vierten holen sie Getränke.“ Ein Spieler aus der letzten Reihe meldete sich. „Und was heißt das für Samstag?“ JP lächelte, als hätte er genau darauf gewartet. „Dass wir das Spiel vor dem Vierten entscheiden müssen.“ „Mit drei Toren?“ „Oder mit einem“, sagte SamiNo dazwischen. „JP redet seit zwei Stunden nur in Kategorien, weil ihm echte Begriffe zu riskant sind.“ JP nickte zustimmend. „Auch das ist richtig. Drei ist übrigens auch die Zahl, bis zu der ich Kritik annehme. Die vierte verletzt mich.“ Am Donnerstag ließ JP alle Spieler drei Dinge aufschreiben, die sie kontrollieren konnten, und vier, die sie nicht kontrollieren konnten. Auf fast jedem Zettel stand bei den ersten drei Punkten etwas wie: Laufwege. Körpersprache. Zweikämpfe. Bei den vier nicht kontrollierbaren Dingen stand erstaunlich oft: JP. SamiNo sammelte die Zettel ein, las sie kurz und legte sie wortlos beiseite. Freitagmorgen stand er allein im Kraftraum und betrachtete noch einmal die Tabelle. Platz 15. 30 Punkte. Vorne hatten andere 46, hinten andere 19. Dazwischen diese ewige Bundesliga-Mitte, in der jeder sich für klüger hält als seine Tordifferenz. JP trat neben ihn. „Chef, ich habe die Woche verstanden.“ „Herzlichen Glückwunsch.“ „Nein, wirklich. Drei und vier sind gar keine Feinde.“ SamiNo sah ihn an. „Aha.“ „Drei ist, was man plant. Vier ist, was passiert.“ Zum ersten Mal in dieser Woche war SamiNo still, nicht weil er müde war, sondern weil er kurz darüber nachdachte, ob das vielleicht tatsächlich stimmte. Dann zeigte JP auf den Taktikzettel für den nächsten ZAT. Dort standen in einer Spalte drei Stichworte. Ruhe. Abstand. Nächster Schritt. JP grinste. „Siehst du, Chef? Jetzt ist es perfekt.“ SamiNo warf einen Blick auf den Zettel. Unten hatte jemand in kleiner Schrift noch etwas ergänzt. Und Tempo. Er atmete aus. Langsam. „Wer war das?“ JP hob unschuldig die Schultern. „Nicht ich. Aber ich finde, das vierte Wort macht alles kaputt.“ SamiNo nickte. Dann strich er Tempo nicht etwa durch. Er schrieb daneben nur: Kommt drauf an. Und damit waren es plötzlich wieder drei.
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| 1172 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
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