Kicker

In der Liga-Zeitung berichten Trainer über Aufstieg und Niedergang ihres Vereins und verdienen sich so pro ZAT ab 80 Worten 0,3 Punkte TK-Bonus. Ab 120 Worten sogar 0,4!

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ZAT 11, SamiNo für Eintracht Frankfurt am 04.04.2026, 10:45

Samstagmorgen, kurz vor dem 11. ZAT.
Im Teamhotel roch es nach Rührei, Filterkaffee und jener stillen Nervosität, die in Tabellenregionen entsteht, in denen jedes Frühstück wie eine Vorbesprechung des eigenen Schicksals schmeckt.

SamiNo saß allein am Ende des Buffets und versuchte, ein gekochtes Ei so zu schälen, als hinge die Saison nicht an sechs verbleibenden Spielen und einer Tordifferenz, die aussah wie ein schlecht geflickter Fahrradreifen. Neben seinem Teller lag die Zeitung. Darin: der neue Text aus Hamburg. Ein weiterer Beitrag aus der Rubrik „öffentliche Selbstbewunderung mit Beleidigungsbeilage“.

Er las, wie dort wieder Trainer, Vereine und Himmelsrichtungen beschimpft wurden, wie aus Gegnern Verräter, aus Rivalen Feinde und aus einem Tabellenstand ein weltgeschichtlicher Auftrag gemacht wurde. Es klang, als hätte jemand einen Schimpfkasten verschluckt und danach versehentlich eine Kolumne geöffnet. Man konnte fast Mitleid bekommen. Fast. Tourette wäre dafür übrigens die falsche Erklärung gewesen. Ein Tourette-Syndrom ist eine neurologische Sache. Das hier wirkte eher wie ein Mangel an Bremsweg.

JP setzte sich mit einem Tablett voller Dinge, die nicht zusammengehörten: vier Brötchen, zwei Bananen, ein Espresso und ein leeres Glas.

„Chef“, sagte er mit bleichem Gesicht, „ich habe mich geirrt.“

SamiNo blickte auf. „Das hilft bei der Eingrenzung nicht.“

JP beugte sich vor, als wolle er eine Beichte ablegen. „Die Drei ist nicht freundlich.“

SamiNo sagte nichts. Er kannte diesen Ton. Das war nicht mehr Theorie. Das war Beginn einer privaten Religion.

„Ich dachte, Drei sei gut“, fuhr JP fort. „Drei Punkte. Drei Mannschaftsteile. Drei Schritte nach vorn. Aber jetzt sehe ich: Drei ist die Zahl, die so tut, als wäre sie harmlos. In Wahrheit ist sie ein Hinterhalt.“

„Mhm.“

„Der Ligaleiter hat es uns gesagt, Chef. Nicht direkt. Aber deutlich genug. Drei kassierte Tore hier, drei Heimspiele dort, drei Auswärtsspiele da, drei hätten gereicht, drei hätten vermieden… Es ist überall. Die Drei verfolgt uns.“

SamiNo schälte weiter sein Ei. „Oder sie ist eine häufige Zahl.“

JP schüttelte heftig den Kopf. „Nein. Das wäre zu einfach. Und wenn die Drei falsch ist, dann vielleicht auch die Zwei. Vielleicht gibt es gar keine sichere Zahl. Vielleicht ist alles nur eine schlecht sortierte Statistik.“

Damit begann ein sehr langer Vormittag.

Im Besprechungsraum hatte JP bereits vorbereitet. Die Magnettafel war leer – bis auf drei Kreise. Dann hatte er offenbar Panik bekommen und einen vierten daneben gemalt, dann den vierten durchgestrichen, dann darunter geschrieben: „Vorsicht vor Symmetrien.“

„Was ist das?“ fragte SamiNo.

„Ich weiß es nicht mehr“, sagte JP ehrlich. „Und genau das macht mir Angst.“

Er hatte die Aufwärmgruppe in vier Stationen eingeteilt, dann zwei zusammengelegt, weil vier „nach Verwaltung“ roch, und danach alles wieder auf drei zurückgebaut, was ihn sofort misstrauisch machte. Anschließend stellte er die Hütchen in einer Linie auf, weil Linien wenigstens nicht zählten, sondern nur verliefen.

„Vielleicht habe ich im Leben alles falsch verstanden“, murmelte er. „Vielleicht war Mozart nie kompakt. Vielleicht sind Dreiecke nicht stabil, sondern nur arrogant. Vielleicht ist sogar Espresso keine kurze Form von Wahrheit, sondern nur Kaffee mit Minderwertigkeitskomplex.“

SamiNo stand am Fenster und sah hinaus auf den Platz, wo seine Mannschaft versuchte, sich professionell auf den Saisonendspurt vorzubereiten, während ihr Co-Trainer gerade an der Grundstruktur der Mathematik zerbrach.

„JP“, sagte er ruhig, „wir spielen heute Fußball. Keine Zahlentheorie.“

JP fuhr herum. „Aber Fußball ist reine Zahlentheorie! Ergebnis, Punkte, Tabelle, Tordifferenz, TK, Minuten, Wechsel, Formationen – das ganze Spiel ist eine Excel-Datei mit Rasen!“

„Und trotzdem gewinnt manchmal das hässliche Braun“, sagte SamiNo.

Das half kurz.

Später beim Kaffee zählte JP die Zuckerpäckchen. Drei. Er nahm eins weg. Dann waren es zwei. Das gefiel ihm auch nicht, weil zwei „zu binär“ wirkte. Also legte er ein viertes dazu. Dann starrte er auf die vier Päckchen, als hätte er eine kriminelle Vereinigung gegründet.

SamiNo blätterte noch einmal in der Zeitung. Wieder diese Tiraden. Wieder dieses laute Austeilen gegen Menschen, die morgens vermutlich einfach nur Zähne putzen und ihre Aufstellung machen wollen. Es hatte etwas Zwanghaftes, aber ohne Tragik. Mehr wie ein Mann, der glaubt, Lautstärke sei ein Argument und Reim ein Charakter.

„Chef“, sagte JP plötzlich ganz leise, „was, wenn die Drei uns heute wieder erwischt?“

SamiNo sah auf die Uhr.
10:31.

Er atmete einmal durch. Dann nahm er JPs Kaffeelöffel, legte ihn quer auf den Tisch und sagte:
„Dann machen wir eben aus ihr eine Eins mit Querbalken.“

JP starrte auf den Löffel. Auf die Uhr. Auf den Tisch. Auf den Löffel.

„Chef“, flüsterte er nach einigen Sekunden, „das ist entweder genial oder ein Hilferuf.“

SamiNo stand auf. „Im Abstiegskampf ist das oft dasselbe.“

925 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Die Braunen regieren Deutschland!

ZAT 11, Torsuchti für FC St. Pauli am 03.04.2026, 21:30

Die Braunen regieren Deutschland! Unsere Boys in Brown und Eintracht Frankfurt Braunschweig füüühren die Tabelle der Bundesliga an. Überall ertönt das Horst-Schlemmer-Lied:

Die Sahne hoch!
Die Tabelle fest geschlossen!
St. Pauli marschiert
In der Hand Astra statt Bit!


Nur noch 2 ZATs! Satte 2 Punkte Vorstand auf Platz 2! Wir können es schaffen!

Überschattet wurde der Triumphzug nur von der 3:6-Heimniederlage gegen Holstein Kiel, unsere norddeutschen Brüder! Doch wir haben es längst erfasst: Im Fußball gibt es keine Brüder, keine Verbündeten, keine regionalen Mitstreiter! Nein, im Fußball gibt es nur Gegner, Widersacher, Feinde! Holstein Kiel! Hol’s der Kuckuck! Kiel hat keinen Stil! Holt Kiel Kiel! Kill Kiel! Diese elenden Verräter!
Bielefeld und Bayern waren da schon artiger. Die haben uns brav einen bzw. drei Punkte geschenkt.

Sehen wir uns die nächsten Gegner an. 
Borussia Dortmund? Boris, der Russe: "Fort, Hund!"
Hamburger SV? Die sind doch auch nur Verräter! Der Hamburger, die Sau!
1. FC Kaiserslautern? Trainerlose Möchtegern-Kaiser! Es gibt nur einen Kaiser: Kaiser Torsuchtihito!

Die Zukunft gehört den braunen Jungs!

187 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Im gesicherten Mittelfeld

ZAT 11, The_Game1985 für Borussia Dortmund am 02.04.2026, 09:54

Borussia Dortmund festigt seine Position im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Maßgeblich für diese Stabilisierung waren zwei wegweisende Erfolge: Zunächst überzeugte die Mannschaft durch einen disziplinierten Auftritt beim Auswärtssieg in Mannheim, bevor sie mit einem souveränen und klaren Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig nachlegte. Diese sechs Punkte sorgen dafür, dass der BVB aktuell auf dem zehnten Tabellenplatz rangiert. Besonders wertvoll ist dabei der Blick nach unten, denn der Vorsprung auf die gefährlichen Abstiegsränge ist mittlerweile auf komfortable sieben Punkte angewachsen. Eine starke Leistung wenn man überlegt, wo das Team vor der Übernahme durch Trainer The_Game1985 stand. Am nächsten Wochenende stehen gleich zwei wichtige Heimspiele im Westfalenstadion an: Zuerst empfängt man die Kiezkicker vom FC St. Pauli, gefolgt von der Partie gegen den 1. FC Köln. Inmitten dieser beiden Heimspiel wartet zudem eine Pflichtaufgabe in der (nahen) Fremde, wenn der BVB beim aktuellen Tabellenschlusslicht in Bochum gastiert.

156 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

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ZAT 10, SamiNo für Eintracht Frankfurt am 28.03.2026, 08:33

Montagmorgen am Trainingsgelände. Frankfurt war nach dem 9. ZAT immer noch Fünfzehnter, hatte aber aus drei Spielen vier Punkte geholt. Das klang erst einmal nicht nach Apokalypse, sondern nach jener deutschen Mittellage, in der man weder jubelt noch den Notar anruft.

JP stand bereits im Besprechungsraum. Auf dem Whiteboard hatte er zwei Zahlen geschrieben.

3
4

Sonst nichts.

SamiNo blieb in der Tür stehen. „Was ist das?“

„Die Woche“, sagte JP.

„Das sind Zahlen.“

„Eben.“

SamiNo setzte sich langsam. Er hatte in den vergangenen Monaten gelernt, dass JP besonders gefährlich war, wenn er glaubte, etwas Grundsätzliches verstanden zu haben.

„Drei“, sagte JP und tippte mit dem Filzstift auf die erste Zahl, „ist im Fußball eine freundliche Zahl. Drei Punkte für einen Sieg. Drei Mannschaftsteile. Drei Sekunden, in denen du nach Ballverlust entscheiden musst, ob du noch Hoffnung hast oder schon Bundesliga bist.“

„Und vier?“

JP sah betroffen aus. „Vier ist verdächtig.“

„Warum?“

„Vier Gegentore sind zu viele. Vier Innenverteidiger diskutieren länger als drei. Vier schlechte Wochen heißen Krise. Drei schlechte Wochen heißen Phase.“

SamiNo sagte nichts. Leider klang das nicht völlig falsch.

JP lief nun im Raum auf und ab wie ein Dozent, dem niemand die Lehrbefugnis entziehen wollte.
„Drei ist elegant. Drei ist Dreieck. Drei ist Rhythmus. Drei ist ein sauberer Sieg, ein sauberes 3:0. Vier dagegen ist Verwaltung. Vier ist Excel. Vier ist dieses Gefühl, wenn du denkst, du hast alles im Griff, und dann verlierst du 4:0 in Braunschweig.“

„Das waren fünf“, sagte SamiNo trocken.

JP blieb stehen, blinzelte, nickte langsam. „Dann war es natürlich besonders vier.“

Die Mannschaft trudelte ein. Keiner fragte nach dem Whiteboard. Alle sahen es, alle verstanden, dass das wieder so eine Woche werden würde.

„Heute“, erklärte JP, „trainieren wir den Unterschied zwischen drei und vier.“

Ein Außenverteidiger hob die Hand. „Inhaltlich oder spirituell?“

„Beides“, sagte JP.

Die erste Übung hieß „Triangel der Verantwortung“. Drei Spieler standen im Kreis, passten sich den Ball zu und mussten nach jedem Pass laut sagen, für welchen Mannschaftsteil sie sich heute zuständig fühlten.
„Abwehr!“
„Übergang!“
„Selbstschutz!“

Bei vier Spielern hingegen, so JP, entstehe immer sofort Bürokratie. Also stellte er vier Mann in ein Quadrat. Nach sieben Sekunden diskutierten sie, wer welchen Hütchenweg zu übernehmen habe. Nach zwölf Sekunden lag der Ball im Aus. Nach fünfzehn Sekunden sagte einer: „Dann machen wir’s halt so wie immer.“

JP drehte sich triumphierend zu SamiNo um. „Siehst du, Chef? Vier ist der Anfang des Untergangs.“

SamiNo verschränkte die Arme. „Unsere Grundordnung hat trotzdem vier Verteidiger.“

„Ja“, sagte JP traurig, „wir leben nicht in einer idealen Welt.“

Am Mittag saßen sie in der Kantine. Drei Frikadellen auf SamiNos Teller. Vier auf JPs.

„Absicht?“ fragte SamiNo.

JP nickte. „Ich wollte den Fehler schmecken.“

SamiNo aß schweigend.
JP schob eine Frikadelle von seinem Teller auf den von SamiNo.

„Jetzt ist es besser“, sagte er.

Am Nachmittag ging es in die Videoanalyse. JP hatte drei Gegentore und vier Gegentore gegenübergestellt. Das Problem war nur, dass er keinerlei taktische Unterschiede herausarbeitete, sondern fast ausschließlich ästhetische.

„Beim dritten Gegentor“, erklärte er, „gibt es oft noch Tragik. Beim vierten kippt es ins Grobe. Beim dritten schauen die Leute betroffen. Beim vierten holen sie Getränke.“

Ein Spieler aus der letzten Reihe meldete sich. „Und was heißt das für Samstag?“

JP lächelte, als hätte er genau darauf gewartet.
„Dass wir das Spiel vor dem Vierten entscheiden müssen.“

„Mit drei Toren?“

„Oder mit einem“, sagte SamiNo dazwischen. „JP redet seit zwei Stunden nur in Kategorien, weil ihm echte Begriffe zu riskant sind.“

JP nickte zustimmend. „Auch das ist richtig. Drei ist übrigens auch die Zahl, bis zu der ich Kritik annehme. Die vierte verletzt mich.“

Am Donnerstag ließ JP alle Spieler drei Dinge aufschreiben, die sie kontrollieren konnten, und vier, die sie nicht kontrollieren konnten.
Auf fast jedem Zettel stand bei den ersten drei Punkten etwas wie:
Laufwege. Körpersprache. Zweikämpfe.

Bei den vier nicht kontrollierbaren Dingen stand erstaunlich oft:
JP.

SamiNo sammelte die Zettel ein, las sie kurz und legte sie wortlos beiseite.

Freitagmorgen stand er allein im Kraftraum und betrachtete noch einmal die Tabelle. Platz 15. 30 Punkte. Vorne hatten andere 46, hinten andere 19. Dazwischen diese ewige Bundesliga-Mitte, in der jeder sich für klüger hält als seine Tordifferenz.

JP trat neben ihn. „Chef, ich habe die Woche verstanden.“

„Herzlichen Glückwunsch.“

„Nein, wirklich. Drei und vier sind gar keine Feinde.“

SamiNo sah ihn an. „Aha.“

„Drei ist, was man plant. Vier ist, was passiert.“

Zum ersten Mal in dieser Woche war SamiNo still, nicht weil er müde war, sondern weil er kurz darüber nachdachte, ob das vielleicht tatsächlich stimmte.

Dann zeigte JP auf den Taktikzettel für den nächsten ZAT. Dort standen in einer Spalte drei Stichworte.

Ruhe. Abstand. Nächster Schritt.

JP grinste.
„Siehst du, Chef? Jetzt ist es perfekt.“

SamiNo warf einen Blick auf den Zettel. Unten hatte jemand in kleiner Schrift noch etwas ergänzt.

Und Tempo.

Er atmete aus. Langsam.

„Wer war das?“

JP hob unschuldig die Schultern.
„Nicht ich. Aber ich finde, das vierte Wort macht alles kaputt.“

SamiNo nickte.
Dann strich er Tempo nicht etwa durch.

Er schrieb daneben nur:
Kommt drauf an.

Und damit waren es plötzlich wieder drei.

1172 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Der FC St. Pauli bleibt auf Platz 1!

ZAT 10, Torsuchti für FC St. Pauli am 27.03.2026, 20:05

Damit hatten wir selbst nicht gerechnet: Auch nach dem 9. ZAT führen wir die Tabelle der Bundesliga weiterhin an!
Anfangs wollten wir es diese Saison ruhiger angehen lassen, gemäß der Worte der Weisen Narumol: „Dabei ist alles!“
Doch jetzt scheint der Titelgewinn in der Saison 2026-1 möglich, realistisch, machbar. Im Hamburger Kiez werden die Taschenrechner herausgezückt. Wie sollen die Körner verteilt werden, damit unser Verein bis zum Ende auf Platz 1 bleibt?
Nach dem bombastischen 8. ZAT mit insgesamt 17 Toren und 9 gewonnen Punkten fiel der 9. ZAT sehr minimalistisch aus: 3 Tore, 3 Punkte.
Der 3:7-Sieg gegen Eintracht Frankfurt ist auf der Reeperbahn sofort zum Blockbuster geworden und läuft seitdem jeden Abend im Kiez-Kino im IMAX 15/70-Format mit maximaler Lautstärke auf der Leinwand. Unsere Fans lieben diesen Monumental-Film, der längst Teil unserer Identität geworden ist.
In Frankfurt verteilen sie anscheinend gerne Zettel an ihre Spieler. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen und ihnen einen fetten Denkzettel verpasst. Diesen Zettel sollten die Hessen besser nicht wegschmeißen, schon gar nicht, wenn sie auf Platz 15 herumdümpeln.

187 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Effizienz

ZAT 10, The_Game1985 für Borussia Dortmund am 26.03.2026, 11:19

Für Borussia Dortmund war das vergangene Wochenende ein Befreiungsschlag zur rechten Zeit. In einer schwierigen Phase bewies der BVB ungeahnte defensive Stabilität. Dank zweier minimalistischer, aber hochverdienter 1:0-Heimsiege gegen den VfB Stuttgart und Werder Bremen konnte die Mannschaft von Trainer und Fans tief durchatmen. Zwar verharrt man weiterhin auf dem elften Tabellenplatz, doch die nackten Zahlen lügen nicht: Der Vorsprung auf die gefährliche Abstiegszone ist mittlerweile auf beruhigende sieben Punkte angewachsen.
Dennoch ist im Westfalenstadion noch keine verfrühte Feierstimmung angesagt. Das kommende Programm hat es in sich und wird zur Reifeprüfung für die Moral des Teams. Das primäre Ziel lautet, das Punktepolster nach unten hin zu verteidigen, um nicht erneut in den aufreibenden Abstiegskampf hineingezogen zu werden.
Jedoch stehen am Wochenende gleichzwei schwierige Auswärtsreisen auf dem Plan: Zunächst müssen die Schwarzgelben bei Waldhof Mannheim bestehen, bevor die Reise zur Frankfurter Eintracht führt. Zwischen diesen beiden Kraftakten in der Fremde wartet zudem das Heimspiel im Westfalenstadion gegen Eintracht Braunschweig. Wenn der BVB dieses Wochenende mit der gleichen Effizienz wie zuletzt bestreitet, sollte der Klassenerhalt in greifbare Nähe rücken.

192 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

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ZAT 9, SamiNo für Eintracht Frankfurt am 21.03.2026, 15:27

Am Montagmorgen nach dem 8. ZAT stand SamiNo mit einer Tasse Automatenkaffee im Kabinengang und betrachtete eine Tabelle, die aussah wie ein stiller Vorwurf. 14. Platz, 26 Punkte, 46:56 Tore. Nicht tot, aber auch keineswegs gesund. Drei Spiele, sechs Punkte, darunter ein 3:7 gegen St. Pauli, ein 4:1 in Bochum und ein 1:0 gegen Köln. Es war die Sorte ZAT, nach der man gleichzeitig zufrieden und beleidigt sein konnte.

JP kam mit einem Ausdruck hereingelaufen, als hätte er gerade ein Staatsgeheimnis gefunden.

„Chef“, sagte er und wedelte mit dem Papier, „ich habe die Predigt aus Hamburg.“

SamiNo nahm den Ausdruck, überflog die Zeilen und musste kurz die Augen schließen. Da stand wieder alles drin: wiederhergestellte Ordnung des Universums, Abbruch der Bundesliga, religiöse Ehrfurcht, Nordsee-Tsunami, Frankfurt als Bächlein, Stadionabriss inbegriffen. Es war kein Artikel. Es war ein Alleinunterhalter mit Gotteskomplex auf Papier.

„Immerhin“, sagte SamiNo trocken, „hat jemand unser Team-Building aufmerksam verfolgt.“

JP nickte ernst. „Ja. Ich fühle mich fast zitiert. Das ist schön. Wie eine wissenschaftliche Anerkennung.“

SamiNo legte das Blatt weg.
„Wenn jemand nach einem 3:7 fordert, die Bundesliga abzubrechen, dann hat er entweder Humor oder eine schlecht eingestellte Realität.“
JP dachte kurz nach. „Vielleicht beides. In falscher Reihenfolge.“

Es war Dienstag, und Dienstag bedeutete bei der Eintracht seit einigen Wochen nicht nur Regeneration, sondern auch Schadensbegrenzung mit Restwürde. SamiNo hatte einen Plan für den nächsten ZAT: Augsburg auswärts, Gladbach zuhause, Kiel auswärts. Drei Spiele, drei verschiedene Probleme, und keins davon ließ sich mit Pressing-Ballett lösen. Zum Glück hatte JP inzwischen neue Methoden entwickelt.

„Diese Woche“, verkündete JP in der Mannschaftssitzung, „machen wir kein Team-Building mit Blickkontakt mehr. Das wurde öffentlich missverstanden.“

Ein Verteidiger hob die Hand. „Und stattdessen?“

JP strahlte. „Vertrauensstatistik.“

SamiNo hätte sofort eingreifen sollen. Tat er aber nicht. Vielleicht aus Müdigkeit. Vielleicht aus Neugier. Vielleicht, weil ein Trainer auf Platz 14 irgendwann beginnt, jedem Irrsinn eine Tür offenzulassen, solange er organisiert vorgetragen wird.

JP verteilte kleine Zettel. Auf jedem stand eine Zahl.

„Jeder bekommt jetzt einen Mannschaftskameraden zugeteilt“, erklärte er. „Und dann schätzt ihr anonym, wie wahrscheinlich es ist, dass dieser Mitspieler euch in einer echten Notsituation helfen würde. Zum Beispiel bei einer Reifenpanne. Oder nach einem schlechten Rückpass. Oder wenn ihr nachts in einer Hotellobby den Zimmercode vergesst.“

„Ist das nicht dasselbe wie Sympathie?“, fragte der Torwart.

„Nein“, sagte JP. „Sympathie ist weich. Statistik ist hart.“

Am Ende hing an der Tafel ein Diagramm mit Namen, Prozentwerten und drei roten Markierungen. Der Kapitän lag bei 82 Prozent. Der Linksverteidiger bei 64. Der Ersatzstürmer bei 11, weil offenbar niemand glaubte, dass er in irgendeiner Notsituation rechtzeitig eintreffen würde.

„Interessant“, murmelte SamiNo.

„Chef“, sagte JP, „wir haben jetzt erstmals messbar, dass einige Spieler in emotionaler Hinsicht Tabellenplatz 17 sind.“

Mittwoch führte JP die nächste Maßnahme ein. Sie nannte sich „kontrollierte Demütigung zur Leistungsstabilisierung“. Jeder Spieler musste einen kurzen Vortrag über den eigenen größten Fehler der Saison halten, allerdings in sachlichem Ton und mit mindestens einer positiven Schlussfolgerung.

Der Innenverteidiger begann: „Beim 0:4 in Bielefeld war mein Stellungsspiel unzureichend. Positiv ist, dass ich dadurch heute früher rückwärts laufe.“

Der Sechser sagte: „Mein Fehlpass gegen Kiel hatte Folgen. Positiv ist, dass ich seitdem Pässe bewusster denke.“

Als der Stürmer an der Reihe war, sagte er nur: „Ich habe in neun Spielen nicht getroffen. Positiv ist, dass ich inzwischen auch ohne Ball interessant wirke.“

SamiNo musste sich abwenden. Nicht aus Wut. Aus Selbstschutz.

Donnerstagmorgen stand JP plötzlich mit einem Messbecher auf dem Trainingsplatz.

„Was ist das?“ fragte SamiNo.

„Demut“, sagte JP.

Es war tatsächlich Wasser. JP stellte neun identische Gläser auf einen Tisch am Spielfeldrand.

„Nach jedem Ballverlust“, erklärte er, „muss der Verursacher ein Glas Wasser umschütten. So sehen wir am Ende, wie viel Kontrolle verloren gegangen ist.“

„Und was lernen wir daraus?“ fragte SamiNo.

JP sah ihn an, als sei die Antwort offensichtlich.
„Dass man nasse Füße bekommt, wenn man schlampig ist.“

Nach zwanzig Minuten war der Tisch leer, der Rasen nass und der rechte Flügelspieler ungewöhnlich still.

Am Freitag saßen SamiNo und JP allein im Video-Raum. Auf dem Bildschirm lief noch einmal das 3:7. Nicht komplett, nur stumm. Tore ohne Ton wirken oft lächerlicher, weil ihnen die Würde fehlt.

„Weißt du“, sagte JP, „vielleicht war dieses 3:7 gut.“

SamiNo drehte langsam den Kopf. „Erklär dich sehr vorsichtig.“

„Es war eine Niederlage mit Klarheit. Es gibt ja Niederlagen, die lügen. So ein 0:1 mit Alibi. Aber ein 3:7 beleidigt dich wenigstens ehrlich.“

SamiNo schwieg. Leider hatte JP einen Punkt.

„Und danach“, fuhr JP fort, „haben wir Bochum 4:1 geschlagen und Köln 1:0. Also statistisch gesehen—“

„Bitte nicht.“

„—hat uns die Demütigung in ein Punktemodell überführt.“

„JP.“

„Schon gut.“

SamiNo stand auf, ging zur Tafel und schrieb in großen Buchstaben drei Wörter auf:
Augsburg. Ruhe. Nächster Schritt.

„Das ist der Plan“, sagte er. „Nicht mehr. Nicht weniger.“

JP schaute auf die Worte, nickte erst, runzelte dann aber die Stirn.
„Chef, das ist sehr wenig Plan.“

„Genau deshalb ist es vielleicht zum ersten Mal einer.“

Am Abend ging SamiNo noch einmal allein durch die Kabine. 26 Punkte. Platz 14. Zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Es war keine heroische Lage. Nur Fußball mit offenem Ausgang.

Auf dem Spind des Torwarts lag noch immer der Ausdruck aus Hamburg. SamiNo nahm ihn in die Hand, faltete ihn zweimal und schob ihn in den Papierkorb.

Dann blieb er kurz stehen und las auf dem Deckel des Abfalleimers den Aufdruck des Herstellers:

Bitte nichts Überflüssiges einwerfen.

Er musste zum ersten Mal in dieser Woche wirklich lachen.

1198 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Der VfB gibt sich nicht auf

ZAT 9, Florian Kraus für VfB Stuttgart am 20.03.2026, 08:51

Der VfB Stuttgart unter Trainer Florian Kraus hat in den vergangenen Wochen etwas an Konstanz eingebüßt, bleibt jedoch weiterhin ein ernstzunehmender Faktor im Rennen um die oberen Tabellenplätze. Nach zuletzt wechselhaften Ergebnissen beträgt der Rückstand auf Rang eins aktuell vier Punkte. Angesichts der engen Konstellation in der oberen Tabellenhälfte ist jedoch weiterhin alles offen – zwischen Platz eins und Platz neun liegen nur wenige Zähler, sodass sich die Situation in den kommenden Wochen schnell verändern kann.

Im Vergleich zur Vorsaison, die aus Stuttgarter Sicht als durchwachsen bezeichnet werden muss, präsentiert sich die Mannschaft in dieser Spielzeit deutlich gefestigter. Insbesondere die defensive Stabilität und die mannschaftliche Geschlossenheit haben sich sichtbar verbessert. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass der VfB zwischenzeitlich sogar zum erweiterten Favoritenkreis auf die Meisterschaft gezählt wurde.


Trainer Kraus bleibt dennoch realistisch in seiner Einschätzung. Im Interview betonte er, dass ein Titelgewinn zwar „nicht utopisch“, aber klar über den ursprünglichen Zielsetzungen liege. Vielmehr gehe es darum, die positive Entwicklung fortzusetzen und die aktuelle Dynamik mitzunehmen. „Wir dürfen die Euphorie jetzt nicht bremsen“, so Kraus. „Gerade in einer Phase, in der die Tabelle so eng ist, kann jede Serie entscheidend sein – sowohl nach oben als auch nach unten.“


Entscheidend wird sein, ob es dem VfB gelingt, schnell wieder zu mehr Konstanz zu finden. Die Qualität im Kader ist vorhanden, nun gilt es, diese auch regelmäßig auf den Platz zu bringen. Sollte dies gelingen, ist für die Stuttgarter in dieser Saison weiterhin vieles möglich – vielleicht sogar mehr, als man sich vor Beginn der Spielzeit erhofft hatte.

392 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Kleines Polster

ZAT 9, The_Game1985 für Borussia Dortmund am 18.03.2026, 08:23

Für Borussia Dortmund zeigt die Formkurve in der Bundesliga-Tabelle wieder etwas nach oben. Man konnte wichtige Big Points sammeln und sich etwas Luft im Tabellenkeller verschaffen. Den Grundstein für diesen Aufschwung legte ein souveräner Auftritt im heimischen Westfalenstadion: Mit einem deutlichen 4:0-Heimsieg gegen den Hamburger SV demonstrierte der BVB offensivstarke Spielfreude und defensive Stabilität.
Diesen Schwung nahm das Team direkt mit in die Pfalz. In einer regelrechten Achterbahnfahrt der Gefühle erkämpften sich die Borussen einen knappen, aber verdienten 4:3-Auswärtssieg auf dem Kaiserslauterer Betzenberg. Durch diese sechs Punkte klettert Dortmund in der Tabelle auf den 11. Platz.
Die aktuelle Bilanz verschafft dem Verein ein dringend benötigtes Polster: Mit 5 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge kann man in Dortmund erst einmal tief durchatmen. Doch Ausruhen ist verboten. Um nicht wieder direkt Richtung Tabellenkeller zu rutschen, muss die Mannschaft die gezeigte Konstanz auch in den kommenden Partien bestätigen.
Am kommenden Wochenende empfängt der BVB den VfB Stuttgart und Werder Bremen im eigenen Stadion. Auswärts wartet dazwischen zudem die knifflige Aufgabe gegen die Stuttgarter Kickers. Nur mit einer ähnlich leidenschaftlichen Leistung wird es gelingen, den Platz im gesicherten Mittelfeld zu festigen.

201 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Der FC St. Pauli ist auf Platz 1!

ZAT 9, Torsuchti für FC St. Pauli am 16.03.2026, 18:43

Die Ordnung im Torrausch-Universum ist wiederhergestellt! Der FC. St. Pauli führt triumphierend die Tabelle der Bundesliga an!

Gekonnt haben wir Bayer Leverkusen mit einem einzigen gut platzierten Tor besiegt.
Auch der VfL Bochum stellte trotz zweier Gegentore kein Problem für uns dar.

Doch am schönsten war der Auswärtssieg über Eintracht Frankfurt. 3:7! Drei zu Sieben! Wir sind die einfach bessere Mannschaft. Da nützt den Frankfurtern auch kein Sondertraining. Kein In-die-Augen-Schauen. Keine Gymnastikballübungen. Keine philosophischen Diskussionen. Kein Linsennehmen. Kein Mozart-Pressing-Ballett. Kein Schweigeseminar.  Kein Spiegel. Kein Training jeglicher Art. Wir sind einfach besser. Der Tsunami der Nordsee lässt den Main wie ein Bächlein aussehen. Wir haben sie überrollt. Weggeschwemmt. Weggefegt. Und das in ihrem eigenen Stadion, der jetzt wieder neu aufgebaut werden muss.

Was bedeutet dieser fulminante Triumph für die Bundesliga? Ganz einfach: Die Bundesliga kann jetzt abgebrochen werden. Der FC St. Pauli auf Platz 1. Schöner kann die Tabelle nicht mehr werden. Das ist die Perfektion in Reinform. Und wenn die Liga nicht abgebrochen werden sollte, dann sollten alle Mannschaften zumindest fortan darauf verzichten, auch nur ein einziges Tor zu schießen. Aus religiösen Gründen. Um diesem Moment der Andacht die nötige Ehrfurcht zu erweisen.

Es lebe der FC St. Pauli.

219 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)
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