Kicker
In der Liga-Zeitung berichten Trainer über Aufstieg und Niedergang ihres Vereins und verdienen sich so pro ZAT ab 80 Worten 0,3 Punkte TK-Bonus. Ab 120 Worten sogar 0,4!
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| ZAT 7, SamiNo für Eintracht Frankfurt am 07.03.2026, 08:44 | |
Plötzlich stand SamiNo in einem Gruppenraum, der ungefähr so aussah, als hätte jemand einen Baumarkt, einen Zirkus und eine schlecht geführte Republik gleichzeitig explodieren lassen. Überall Kinder. Kleine Menschen mit großen Absichten. Manche schrien. Manche malten. Manche planten offenbar den Zusammenbruch jeder Ordnung. SamiNo trug ein Namensschild. Darauf stand: „Herr SamiNo. Heute verantwortlich“. Das war schon der erste Witz des Tages. „Nicht rennen!“, rief er. Natürlich rannten alle. Ein Junge mit seitlich gescheitelten Haaren und bemerkenswert aggressiver Körperhaltung schlich immer wieder hinter SamiNo, wartete auf den perfekten Moment und trat ihm mit chirurgischer Präzision gegen das Schienbein. Nicht fest genug, um als Unfall durchzugehen. Nicht leicht genug, um ignoriert zu werden. Sobald SamiNo sich umdrehte, sprintete der Junge weg, als hätte er seit dem dritten Lebensjahr einen Athletiktrainer. „Komm sofort zurück!“, rief SamiNo. Der Junge blieb kurz stehen, lächelte kühl, nickte, als hätte er den Auftrag verstanden… und trat ihm aus dem Lauf noch einmal gegen das andere Schienbein. Ein Kind aus dem Stuttgarter Süden. Man merkte es an der Disziplin und an der Heimtücke. Aus dem Badezimmer hörte man währenddessen das Geräusch einer langsam sterbenden Zivilisation. SamiNo öffnete die Tür. Verschlossen. „Mach bitte auf.“ Keine Antwort. „Ich zähle bis drei.“ Drinnen raschelte es nur noch mehr. Als er schließlich durch das Milchglas sah, erkannte er das Mädchen. Zöpfe, fester Blick, eiserner Wille. Sie rollte mit stoischer Ruhe eine Klopapierrolle nach der anderen ab und legte die Bahnen säuberlich über Waschbecken, Heizkörper und Türgriff. Eine textile Installation des Kontrollverlusts. Irgendwo aus dem Ruhrgebiet, dachte SamiNo. Zwischen Essen und Bochum. Da, wo man auch aus einem Mangel noch einen Charakterzug macht. „Warum machst du das?“, fragte er durch die Tür. „Weil’s da ist!“, kam es von drinnen. Eine ehrliche Antwort. Leider. Später, als er kurz mit einem Pflaster an seinem Schienbein beschäftigt war, öffnete das Mädchen das Badfenster, kletterte mit der Selbstverständlichkeit einer ausgebildeten Fassadenkletterin hinaus und verschwand. Einfach weg. Niemand schrie. Niemand wunderte sich. Offenbar gehörte das zum Konzept. Dann, ordentlich später als alle anderen Kinder, wurde ein weiterer Junge von seinem Vater gebracht. Der Vater trug täglich dasselbe braun weiß gestreifte Trikot, fuhr schief vor, stieg mit einem Astra in der einen und einer E-Zigarette in der anderen Hand aus dem Auto und führte bereits beim Aussteigen Selbstgespräche. Nicht dramatisch, eher hingebungsvoll. So als kommentiere er ein Spiel, das nur er sah. SamiNo hatte mehrmals versucht, ihn zu grüßen. Der Mann blickte jedes Mal durch ihn hindurch, als sei er eine Garderobe. Der Sohn war nicht besser. Er verbrachte den ganzen Tag damit, im Garten Schmetterlingen hinterherzurennen und dabei Dinge zu murmeln, die klangen wie Manifeste einer Parallelwelt. Immer wenn er in die Hände klatschte, um einen Falter zu erwischen, fiel er reflexartig auf den Hintern und ließ gleichzeitig einen Furz los. Es war ein physikalisch bemerkenswerter Ablauf. Anscheinend ließ bei maximaler Anstrengung für einen Sekundenbruchteil jede Muskulatur locker. Man musste es gesehen haben, um es nicht glauben zu wollen. Dann gab es noch den blassen Jungen mit der viel zu ordentlichen Brotdose, der jedem Kind erklärte, wie man Bauklötze effizient stapelt, selbst aber spätestens beim dritten Stein alles umwarf. Einer, der jeden Morgen geschniegelt gebracht wurde, geschniegelt scheiterte und geschniegelt weinte. Allerdings stank er sehr stark nach Fisch.. der Gestank erinnerte an Bremerhafen. Und das stille Mädchen mit den roten Haarspangen, das nie sprach, aber alle Spielsachen anderer Kinder mitnahm und später mit völlig geradem Gesicht bestritt, jemals hier gewesen zu sein. Und den breiten Jungen mit dem erstaunlich stabilen Selbstbewusstsein, der ständig verkündete, er werde heute ganz sicher aufräumen und dann mit einem Saftkarton in der Puppenecke einschlief. SamiNo wusste nicht, was er hier tat. Er hatte einen Stuhlkreis versucht. Das Ergebnis war eine Debatte über Apfelschnitze, Besitzverhältnisse und die Frage, ob man im Sandkasten abseits stehen dürfe. Er hatte Basteln angeboten. Ein Kind baute eine Mauer, zwei andere liefen dagegen, der Rest beschwerte sich beim Elternbeirat. „Wo ist eigentlich die andere Erzieherin?“, fragte SamiNo irgendwann in den Raum. „In Elternzeit“, sagte ein Kind. Das klang plausibel genug. Dann ging plötzlich die Küchentür auf. Jean-Pierre trat heraus. Weiße Kochschürze, Holzlöffel in der Hand, Gesichtsausdruck eines Mannes, der gerade beschlossen hatte, dass Ernährung die letzte verbliebene Form von Macht sei. SamiNo war auf einen Schlag erleichtert. Endlich ein bekanntes Gesicht in diesem pädagogischen Endspiel. „Chef“, sagte JP, „ich habe den Kindern glutenfreie Crêpes gemacht. Aber drei essen nur Gelb, zwei essen nur Dinge, die knacken, und einer behauptet, Zucker sei eine Haltung.“ SamiNo wollte etwas antworten, da spürte er ein Rütteln an seinem Arm. Erst leicht. Dann stärker. Die Küche verschwamm. Der Gruppenraum kippte nach hinten. Das Mädchen im Badfenster wurde zu Licht. Der Junge mit dem Astra-Vater klatschte nach einem Schmetterling und verschwand in einem Geräusch, das halb Lachen, halb Katastrophe war. „Chef. Chef. Aufwachen.“ SamiNo schlug die Augen auf. Büro. Marbella. Klimaanlage. Geschlossene Vorhänge. Ein halbes Taktikboard an der Wand. Die Sonne irgendwo draußen. Das geheime Trainingslager. Die Woche bis Samstagabend. Flucht vor der Tabelle, die Frankfurt nach dem letzten ZAT auf einen direkten Abstiegsplatz gespült hatte. JP stand vor ihm, diesmal ohne Schürze, aber mit demselben Blick. „Du hast im Schlaf ‚nicht rennen‘ gesagt“, bemerkte er. SamiNo setzte sich auf. „Wie lange war ich weg?“ „Zwölf Minuten. Oder drei Spieltage. Schwer zu sagen.“ „Und was gibt es?“ JP legte einen Zettel auf den Tisch. Oben stand: GEHEIMPLAN MARBELLA. Darunter nur zwei Punkte: 1. Weniger Chaos. 2. Mehr Punkte. SamiNo sah ihn an. „Das ist dein geheimer Plan?“ JP nickte stolz. „Chef, komplizierte Pläne haben uns auf Platz siebzehn gebracht. Jetzt probieren wir dumm und klar.“ SamiNo schwieg kurz, sah aus dem Fenster auf die Palmen und dann wieder auf den Zettel. „Und wenn das nicht funktioniert?“ JP zuckte mit den Schultern. „Dann eröffnen wir einen Kindergarten. Erfahrung hast du ja offenbar schon.“
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| 1251 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Start der Rückrunde
| ZAT 7, The_Game1985 für Borussia Dortmund am 06.03.2026, 08:36 | |
Borussia Dortmund blickt auf einen versöhnlichen Abschluss der Hinrunde zurück.
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| 164 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
VfB Stuttgart – Kraus hadert trotz Tabellenführung
| ZAT 7, Florian Kraus für VfB Stuttgart am 03.03.2026, 11:52 | |
Drei Spiele kampflos verloren, weil der Spielplan der Deutsche Fußball Liga nicht rechtzeitig im E-Mail-Postfach landete – allein dieser Umstand sorgt bei Trainer Florian Kraus für Kopfschütteln. „Das darf uns nicht passieren, das ist maximal unglücklich“, so der Coach nach einer weiteren ernüchternden Woche bei Torrausch.
Doch auch sportlich läuft es derzeit nicht rund. Nach den verpassten Partien folgten drei Spiele ohne nennenswerte Erfolge. Kein Feuerwerk, keine klare Dominanz, stattdessen viel Stückwerk. Die Leichtigkeit der Hinrunde scheint verloren gegangen zu sein. Vor allem im Offensivspiel fehlt es an Durchschlagskraft. Die Stürmer wirken überspielt, die Wege werden kürzer, die Abschlüsse ungenauer. In den vergangenen Begegnungen war deutlich zu erkennen, dass die Belastung Spuren hinterlässt.
Und dennoch: Der VfB Stuttgart steht weiterhin an der Spitze – mit zwei Punkten Vorsprung. Eine Momentaufnahme, die Mut macht, aber keine Sicherheit garantiert. Kraus bleibt deshalb wachsam. „Tabellenführung ist schön, aber sie hilft dir nichts, wenn du den Fokus verlierst“, mahnt er.
Mit dem Start in die Rückrunde beginnt nun die entscheidende Phase der Saison. Kraus weiß, dass seine Mannschaft eine Reaktion zeigen muss. Mehr Frische, mehr Tempo, mehr Konsequenz im Abschluss – das sind die Forderungen an sein Team. Ob personelle Rotation oder taktische Anpassungen folgen, ließ der Trainer offen.
Klar ist jedoch: Will der Spitzenreiter den Vorsprung verteidigen, muss er schnell zurück in die Spur finden. Die Konkurrenz lauert – und Schwächephasen werden im Titelrennen gnadenlos bestraft. |
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| 270 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Das war nix
| ZAT 7, Christian für SV Werder Bremen am 02.03.2026, 04:32 | |
Die letzten drei Spiele von Werder Bremen waren ein Auf und Ab, das die Mannschaft sowohl auf ihre Stärken als auch auf ihre Schwächen hinwies.
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| 400 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Vom Meisterthron in die Realität
| ZAT 7, Wasserlasser für FC Augsburg am 01.03.2026, 21:20 | |
Noch vor wenigen Monaten wurde der FC Augsburg für seine mutige Spielweise, seine Effizienz und seine Mentalität gefeiert. Der Meistertitel galt als Beweis für kluge Kaderplanung und ein funktionierendes Trainerteam. Doch nach 17 Spieltagen der neuen Saison blickt der Titelverteidiger nicht mehr nach oben – sondern vorsichtig nach unten.
Defensive als DauerbaustelleTrainer Wasserlasser, der in der Vorsaison noch als Architekt des Erfolgs gefeiert wurde, steht zunehmend in der Kritik. Die defensive Stabilität, einst das Fundament des Meisterteams, ist brüchig geworden. Augsburg kassiert im Schnitt fast 2,5 Gegentore pro Spiel – zu viel für einen Titelverteidiger mit Anspruch. „Wir sind nicht kompakt genug“, räumte Wasserlasser zuletzt ein. „Uns fehlt in entscheidenden Momenten die Klarheit.“ Doch genau diese Erklärungen wiederholen sich seit Wochen. Lösungen sind bislang nur in Ansätzen erkennbar. Innenverteidiger Lukas Reinhardt versuchte, die Situation einzuordnen: „Wir stehen als Mannschaft in der Verantwortung. Es geht nicht nur um Taktik. Es geht um Kommunikation und Konzentration.“ Doch auf dem Platz wirkt Augsburg oft verunsichert, besonders gegen spielstarke Gegner. Fans zwischen Frust und SorgeIn der Augsburger Fanszene wächst die Unruhe. Noch wird nicht gepfiffen, doch die Geduld bröckelt. Beim letzten Heimspiel waren erste Transparente zu sehen: „Meister war gestern – was ist heute?“ oder „Kämpfen statt träumen!“ Fanclub-Sprecher Thomas Krieger fand deutliche Worte: „Wir erwarten keine Titelverteidigung. Aber wir erwarten Leidenschaft, defensive Ordnung und eine klare Handschrift. Im Moment sehen wir davon zu wenig.“ Vor allem die hohe Anzahl an Gegentoren sorgt für Diskussionen. Augsburg wirkt phasenweise naiv, verteidigt zu offen, schiebt unkoordiniert heraus. Gegner nutzen diese Räume gnadenlos. Lokalpresse wird kritischerAuch die lokale Presse hat ihren Ton verschärft. Die Augsburger Allgemeine schrieb zuletzt von einer „meisterlichen Selbstzufriedenheit“, die sich eingeschlichen habe. In einem Kommentar hieß es: „Wasserlasser wirkt derzeit eher wie ein Verwalter des Erfolgs als wie ein aktiver Gestalter einer neuen Saison.“ Ein weiterer Kritikpunkt: die fehlende Weiterentwicklung. Während Konkurrenten wie der VfB Stuttgart oder die Stuttgarter Kickers konstant liefern, wirkt Augsburg stagnierend. Die Spielidee sei berechenbarer geworden, analysieren Beobachter. Gegner stellen sich zunehmend effektiv auf das Offensivspiel ein. Blick nach unten statt nach obenMit nur fünf Punkten Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz ist die Situation zwar nicht dramatisch – aber für einen amtierenden Meister alarmierend. Die Tabelle zeigt ein enges Mittelfeld, und eine Negativserie könnte Augsburg schnell in ernste Gefahr bringen. Wasserlasser betont Gelassenheit: „Wir haben genug Qualität im Kader. Jetzt müssen wir sie auch konstant abrufen.“ Offensivspieler Daniel Huber zeigte sich kämpferisch: „Wir wissen, was wir können. Vielleicht brauchen wir gerade diese Phase, um wieder enger zusammenzurücken.“ Doch die Frage bleibt: Hat der FC Augsburg aus dem Meisterjahr die richtigen Schlüsse gezogen? Oder wurde der Erfolg überschätzt? Richtungsweisende RückrundeDie Hinrunde hat klar gezeigt, dass Augsburg nicht mehr der Jäger, sondern das Ziel der Gegner ist. Jeder will den Meister schlagen. Die Mannschaft muss lernen, mit diesem Status umzugehen – oder sie wird weiter Punkte liegen lassen. Für Wasserlasser wird die Rückrunde zur Bewährungsprobe. Noch ist das Vertrauen da, aber die Erwartungshaltung hat sich verändert. Der FC Augsburg steht an einem Scheideweg: Stabilisiert man sich und findet zurück zur Meister-DNA – oder rutscht man tiefer in den Abstiegskampf? Die kommenden Wochen werden zeigen, ob aus der kritischen Phase eine Trotzreaktion entsteht. Denn eines ist klar: Der Meisterbonus gilt in dieser Liga nicht lange. |
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| 633 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
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| ZAT 6, SamiNo für Eintracht Frankfurt am 28.02.2026, 10:43 | |
Freitagmorgen, 7:12 Uhr - der Tag des Abschlusstrainings. SamiNo steht im Rewe an der Kasse und hält eine Packung Hafermilch in der Hand. Hinter ihm ein Rentner mit sechs Dosen Katzenfutter. Vor ihm eine Mutter mit zwei Kindern und einem überambitionierten Bio-Obstkorb. Auf seinem Handy blinkt die Tabelle. Platz 16. Vier Siege. Zwei Unentschieden. Acht Niederlagen. 28:33 Tore. 14 Punkte. Er legt die Hafermilch aufs Band, als würde sie etwas dafür können. „Payback?“ fragt die Kassiererin. „Wenn es für Klassenerhalt Punkte gäbe, ja“, murmelt er. Der Abstiegskampf ist kein lautes Monster. Er ist eher wie ein schlecht isolierter Altbau: Es zieht ständig, man weiß nicht genau woher, und irgendwann gewöhnt man sich an die Kälte. Im Trainingszentrum angekommen, steht JP bereits mit einem Flipchart im Besprechungsraum. Darauf: „Mission 34“. „Chef“, sagt JP feierlich, „wir brauchen 34 Punkte. Statistisch. Vielleicht 33. Aber 34 klingt souveräner.“ SamiNo nickt. „Und aktuell?“ „14. Das heißt, wir brauchen nur noch…“ JP rechnet. Rechnet länger. „… eine überschaubare Menge.“ Die Spieler trudeln ein. Niemand wirkt panisch. Niemand wirkt euphorisch. Es ist diese merkwürdige Zwischenstimmung, wenn man weiß, dass man schlecht steht, aber noch nicht schlecht genug, um dramatisch zu werden. „Wir sind nicht im Abstiegskampf“, sagt ein Verteidiger beim Kaffee. „Doch“, sagt JP freundlich, „wir sind nur ästhetisch drin.“ Im Videoraum läuft die Szene vom 1:4 gegen Stuttgart. Wieder einmal. SamiNo stoppt das Bild. „Was sehen wir?“ „Gegentor“, sagt jemand. „Korrekt“, sagt SamiNo. „Und was noch?“ Stille. „Zu viele Emotionen im falschen Moment. Und zu wenig im richtigen.“ Er sagt das ruhig. Fast zu ruhig. Es gibt Trainer, die in dieser Lage brüllen. Andere erklären Verschwörungen. Manche entdecken plötzlich moralische Grundsatzfragen im Spielbetrieb. SamiNo tippt nur mit dem Marker gegen das Whiteboard. „Wir sind hier, weil wir Fehler machen. Nicht, weil uns jemand etwas weggenommen hat.“ JP hebt den Finger. „Außer Punkte.“ „JP.“ „Schon gut.“ Später auf dem Trainingsplatz. Die Sonne scheint, als wäre Tabellenplatz 16 ein Lifestyle-Produkt. Ein Journalist ruft von außen: „Herr SamiNo! Spüren Sie Druck?“ Er dreht sich um. „Nein.“ „Aber Sie stehen auf einem Abstiegsplatz.“ „Wir stehen auf einem Tabellenplatz.“ „Was ist der Unterschied?“ „Der eine klingt wie Panik. Der andere wie Arbeit.“ JP nickt beeindruckt. „Chef, das war fast poetisch.“ SamiNo seufzt. „Bitte nicht.“ In der Kabine hängt inzwischen ein Zettel: „Kein Drama. Nur Details.“ Darunter hat jemand mit Kugelschreiber ergänzt: „Und vielleicht ein bisschen Glück.“ SamiNo streicht das „Glück“ durch und ersetzt es durch „Disziplin“. Am Nachmittag geht er allein durch das leere Stadion. Er bleibt auf der Mittellinie stehen. Leise. Kein Applaus. Kein Pfeifen. Nur Wind. Platz 16 fühlt sich hier anders an als auf dem Smartphone. Hier ist es nur Gras. Linien. Raum. JP kommt dazu. „Chef, ich habe gerechnet.“ „Ich fürchte mich.“ „Wenn wir einfach jedes zweite Spiel gewinnen, bleiben wir drin.“ „Einfach?“ „Statistisch.“ SamiNo lächelt schief. „Statistik ist der Cousin der Hoffnung.“ JP denkt kurz nach. „Und Hoffnung ist?“ „Keine Taktik.“ Sie gehen nebeneinander zurück Richtung Kabine. Im Hintergrund trainiert die U17. Laut. Frei. Ohne Tabellenrechner. SamiNo bleibt kurz stehen. „Weißt du, JP“, sagt er leise, „Abstieg ist kein Zustand. Es ist ein Test.“ „Ein Test von was?“ „Von Ruhe.“ JP nickt ernst. „Und wenn wir durchfallen?“ SamiNo sieht aufs Feld. „Dann lernen wir.“ Er sagt es ohne Pathos. Ohne Ironie. Nur dieser eine Moment am Rand der Krise, in dem man begreift, dass Panik zwar laut ist, aber nie produktiv. Die Tabelle bleibt. Die Punkte bleiben knapp. Der Druck bleibt. Aber im Gegensatz zu manch anderem, der bei Gegenwind sofort eine neue Geschichte erfindet, bleibt hier zumindest eines konstant: Die Verantwortung liegt im eigenen Strafraum.
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| 908 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Kleine Schritte
| ZAT 6, The_Game1985 für Borussia Dortmund am 26.02.2026, 08:42 | |
Die aktuelle Situation bei Borussia Dortmund lässt sich als mühsamer Prozess beschreiben: „Kleine Schritte aufwärts“ lautet die Devise, doch die Konstanz fehlt. Während die Mannschaft im eigenen Stadion überzeugt, zuletzt etwa durch den eindrucksvollen Heimsieg gegen den VfL Bochum, offenbart die Fremde eine besorgniserregende Schwäche.
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| 185 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Oben dabei
| ZAT 6, Christian für SV Werder Bremen am 22.02.2026, 10:36 | |
SV Werder Bremen zeigt in dieser Saison eine starke Leistung und hat sich mit 28 Punkten aus 14 Spielen den zweiten Platz in der Tabelle gesichert. Mit 9 Siegen, 1 Unentschieden und 4 Niederlagen steht das Team weiterhin gut da und hat sich einen Platz in der Europa League erkämpft. Besonders hervorzuheben ist die offensive Stärke, die 29 erzielte Tore umfasst, während die Defensive mit 15 Gegentoren vergleichsweise solide agiert.
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| 250 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Na sowas?!?
| ZAT 5, Florian Kraus für VfB Stuttgart am 21.02.2026, 14:04 | |
Beim VfB Stuttgart liegt eine kuriose und zugleich ärgerliche Phase hinter Mannschaft und Trainerteam. Ausgerechnet ein technischer Defekt im Umfeld des DFB sorgte dafür, dass der Spielplan die Schwaben nicht rechtzeitig erreichte. Die Folge: Drei Partien konnten nicht bestritten werden und wurden kampflos gewertet. Sportlich hatte der VfB somit keine Chance einzugreifen – auf dem Papier standen am Ende jedoch drei Niederlagen und damit ein Verlust von gleich neun Punkten.
Für das Team ist diese Situation natürlich schwer zu verdauen. Während die Konkurrenz fleißig Zähler sammelte, musste Stuttgart tatenlos zusehen, wie der eigene Vorsprung schmolz. Umso bemerkenswerter ist der Blick auf die Tabelle: Trotz der drei Wertungen am grünen Tisch steht der VfB weiterhin an der Spitze der Bundesliga – wenn auch mit lediglich einem Punkt Vorsprung. Das unterstreicht die starke Konstanz der bisherigen Saison und zeigt, wie stabil die Mannschaft über Wochen hinweg aufgetreten ist.
Gedanklich lässt sich kaum vermeiden, über die verpassten Möglichkeiten zu spekulieren. In der aktuellen Verfassung hätte der VfB sicherlich in mindestens einem der drei Spiele gepunktet, vielleicht sogar deutlich mehr. Ein komfortabler Vorsprung wäre durchaus im Bereich des Möglichen gewesen. Doch statt sich lange mit hypothetischen Szenarien aufzuhalten, richtet sich der Fokus in Stuttgart wieder klar nach vorne.
Die unfreiwillige Pause wurde intern genutzt, um Abläufe zu verfeinern und taktische Details zu schärfen. Trainer und Spieler zeigten sich im Training engagiert und fokussiert, der Ärger wurde bewusst in Motivation umgewandelt. Die Botschaft ist eindeutig: Die Tabellenführung soll nun auf sportlichem Weg untermauert werden.
Mit neuer Euphorie, klaren Zielen und spürbarem Tatendrang geht der VfB Stuttgart in die kommenden Aufgaben. Der Rückschlag ist verarbeitet – jetzt will man wieder auf dem Platz Antworten geben und den Traum von einer erfolgreichen Saison entschlossen weiterverfolgen.
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| 455 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
Gelungener Einstand
| ZAT 5, The_Game1985 für Borussia Dortmund am 19.02.2026, 07:56 | |
Der Trainerwechsel scheint Früchte zu tragen. Nach den ersten Spielen unter der Leitung des neuen Übungsleiters lässt sich bereits ein deutliches Fazit ziehen: Der Einstand ist mehr als geglückt. Mit einer klaren Handschrift und einer neuen taktischen Ausrichtung hat der Coach es geschafft, die Verunsicherung der letzten Monate aus den Kleidern der Spieler zu schütteln. Die Mannschaft wirkt gefestigter, spielfreudiger und deutlich stabiler. Besonders vor heimischer Kulisse konnte das Team überzeugen. Zwei wichtige Heimsiege sorgten für eine euphorische Stimmung im Stadion. In beiden Partien bewies die Truppe Moral und konnte sich auf ihre neue Effizienz verlassen. Dass es zwischendurch eine knappe Auswärtsniederlage setzte, trübt das Gesamtbild nur wenig. Im Gegenteil: Selbst in diesem Spiel waren deutliche positive Tendenzen erkennbar. Die Mannschaft agierte mutig, erspielte sich zahlreiche Chancen und agierte auf Augenhöhe mit dem Gegner – ein spätes Gegentor verhinderte lediglich den verdienten Punktgewinn. Nun richtet sich der Blick nach vorne. Es warten zwei schwierige Spiele in der Fremde: Zunächst geht es am kommenden Wochenende ans Millerntor zum Gastspiel gegen den FC St. Pauli, bevor zum Abschluss die Reise zum 1. FC Köln ansteht. Doch das Highlight für die Fans folgt kurz darauf im eigenen Stadion: Das Nachbarschaftsduell gegen den VfL Bochum wirft bereits seine Schatten voraus. Die Fans dürfen sich auf eine intensive Phase freuen. Wenn die Mannschaft den aktuellen Trend bestätigt, ist in diesen richtungsweisenden Partien alles möglich. Der neue Trainer hat den Glauben an die eigene Stärke zurückgebracht. |
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| 256 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert) | |
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