Kicker

In der Liga-Zeitung berichten Trainer über Aufstieg und Niedergang ihres Vereins und verdienen sich so pro ZAT ab 80 Worten 0,3 Punkte TK-Bonus. Ab 120 Worten sogar 0,4!

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Ganz zufrieden

ZAT 4, Christian für SV Werder Bremen am 08.02.2026, 11:18

Der dritte ZAT hatte für den SV Werder Bremen alles zu bieten, was das Torrausch-Herz höherschlagen lässt: klare Siege, eine bittere Niederlage und am Ende das gute Gefühl, sich in der Spitzengruppe festgesetzt zu haben.

Zum Auftakt empfing Werder den DSC Arminia Bielefeld an der Weser – und ließ von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wer Herr im Haus ist. Die Grün-Weißen präsentierten sich spielfreudig, kompakt in der Defensive und eiskalt vor dem Tor. Bereits früh stellte Bremen die Weichen auf Sieg und kontrollierte die Partie souverän. Das klare 3:0 war am Ende Ausdruck einer reifen Leistung, bei der Bielefeld kaum zur Entfaltung kam. Ein perfekter Start in den ZAT und ein wichtiges Statement an die Konkurrenz.

Ganz anders verlief das zweite Spiel beim FC Bayern München. In der Allianz Arena traf Werder auf einen gnadenlos effizienten Rekordmeister. Trotz ordentlicher Ansätze und zweier eigener Treffer war Bremen defensiv zu anfällig und musste sich letztlich deutlich mit 2:5 geschlagen geben. Besonders die Bayern-Offensive zeigte ihre Klasse und nutzte nahezu jede sich bietende Gelegenheit. Für Werder blieb die Erkenntnis, dass man sich Aussetzer auf diesem Niveau nicht erlauben darf.

Im abschließenden Duell gegen Borussia Dortmund zeigte Bremen jedoch die richtige Reaktion. In einer taktisch geprägten Partie auf Augenhöhe neutralisierten sich beide Teams lange Zeit. Werder blieb geduldig, verteidigte konzentriert und schlug im entscheidenden Moment eiskalt zu. Der knappe, aber verdiente 1:0-Erfolg gegen den BVB war nicht nur sportlich wertvoll, sondern auch ein mentaler Push.

Unterm Strich holt Werder Bremen starke sechs Punkte aus drei Spielen. Mit zwei Siegen und nur einer Niederlage kann der ZAT als voller Erfolg verbucht werden – und die Grün-Weißen gehen mit breiter Brust in die kommenden Aufgaben. ?⚽

299 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Stuttgart setzt ein Ausrufezeichen

ZAT 3, Florian Kraus für VfB Stuttgart am 06.02.2026, 22:55

Der VfB Stuttgart bleibt im frühen Saisonverlauf weiter auf Kurs und hat am zweiten ZAT ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Drei Siege aus drei Partien sprechen eine klare Sprache, auch wenn die Verantwortlichen intern betonen, dass das aktuell hohe Tempo kaum dauerhaft zu halten sein dürfte. Besonders der 4:3-Auswärtserfolg bei Holstein Kiel verlangte der Mannschaft alles ab – offensiv effizient, defensiv jedoch zeitweise anfällig. Die Reaktion darauf folgte prompt: Gegen Arminia Bielefeld präsentierten sich die Schwaben deutlich stabiler und brachten einen knappen, aber kontrollierten 1:0-Arbeitssieg über die Zeit.

Für das größte Ausrufezeichen sorgte schließlich der deutliche 4:1-Erfolg beim FC Bayern München. Stuttgart zeigte sich taktisch diszipliniert, nutzte seine Chancen konsequent und ließ sich auch von Druckphasen der Gastgeber nicht aus der Ruhe bringen. Trainer Florian Kraus lobte im Umfeld der Partie vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit und die Bereitschaft, auch in intensiven Phasen den Plan durchzuziehen.


Trotz der starken Ergebnisse bleibt die Einordnung im Lager der Schwaben sachlich. Die bisherigen Punkte seien wichtig für das Konto, nehmen aber keinen Einfluss auf die kommenden Aufgaben, die weiterhin höchste Konzentration erfordern. Intern weiß man, dass die Liga lang ist und sich Leistungen erst über mehrere ZAT hinweg bestätigen müssen. Fest steht jedoch: Der VfB hat sich früh eine komfortable Ausgangsposition erarbeitet – und diese kann ihm im weiteren Saisonverlauf niemand mehr nehmen.


321 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Die Wende?

ZAT 3, Wasserlasser für FC Augsburg am 06.02.2026, 07:09

Nach fünf Spieltagen hat sich die Stimmung rund um den FC Augsburg spürbar verändert. Was nach zwei Runden noch wie ein sportlicher Scherbenhaufen wirkte, ist inzwischen zumindest wieder stabilisiert. Der amtierende Meister steht nicht mehr am Tabellenende, sondern hat sich mit sieben Punkten auf Rang elf vorgearbeitet – weit entfernt von der Spitze, aber auch deutlich weg von der frühen Krisenzone. Und plötzlich steht wieder der Mann im Fokus, der Augsburg erst vor wenigen Monaten zur Meisterschaft geführt hat: Trainer Wasserlasser.

Die Zahlen erzählen eine klare Geschichte. Nach dem 1:8-Tore-Fehlstart folgten drei Spiele ohne Niederlage, zwei Siege, ein Unentschieden. Vor allem defensiv präsentierte sich der FCA zuletzt deutlich strukturierter. „Augsburg wirkt wieder wie eine Mannschaft, die weiß, was sie tut“, schrieb die Augsburger Allgemeine nach dem fünften Spieltag. „Der Absturz wurde gestoppt – auch dank eines Trainers, der sich nicht treiben ließ.“

Wasserlasser selbst hatte schon früh versucht, den Druck von seiner Mannschaft fernzuhalten. Während rund um den Klub nach dem zweiten Spieltag bereits von einer „Meisterdepression“ die Rede war, blieb der Coach demonstrativ sachlich. Intern, so heißt es aus Vereinskreisen, habe er die Tonlage jedoch klarer gewählt. Abläufe wurden vereinfacht, das Pressing tiefer angesetzt, die Balance zwischen Risiko und Kontrolle neu justiert.

Im Gespräch mit der Zeitung zeigte sich Wasserlasser nun rückblickend bestätigt:

„Wir mussten einmal kurz Luft holen. Nach einer Meisterschaft verändert sich alles – Erwartungen, Wahrnehmung, manchmal auch die Selbstverständlichkeit. Entscheidend war, dass wir schnell wieder zu unseren Grundlagen zurückgefunden haben.“

Gerade der Sieg am vierten Spieltag galt in der Kabine als Wendepunkt. Ein Spieler beschrieb es anonym gegenüber der lokalen Presse so: „Das war kein Glanzspiel, aber genau das hat uns gefehlt. Ordnung, Geduld, Drecksarbeit.“ Tugenden, die Augsburg schon in der Meistersaison ausgezeichnet hatten, waren plötzlich wieder sichtbar.

Auch medial wird der Ton inzwischen vorsichtiger optimistisch. Die Süddeutsche Fußballzeitung schrieb: „Wasserlasser bleibt, was er immer war: kein Lautsprecher, kein Blender, sondern ein Trainer, der an Prozesse glaubt. Augsburgs Saison beginnt offenbar erst jetzt.“ Zwar sei der Rückstand auf die Spitzengruppe bereits beträchtlich, doch angesichts der engen Tabelle reiche eine Serie aus, um wieder Anschluss zu finden.

Wasserlasser selbst bremst jedoch jede Form von Euphorie. „Wir sind Tabellenelfter, nicht mehr und nicht weniger“, stellte er klar. „Das Ziel ist im Moment nicht nach oben zu schauen, sondern unser Niveau zu stabilisieren. Alles andere wäre der gleiche Fehler wie am Saisonanfang.“

Fünf Spieltage sind kein Urteil, aber ein Fingerzeig. Der FC Augsburg ist noch kein ernsthafter Titelverteidiger – aber auch kein verunsicherter Absteigerkandidat mehr. Und Wasserlasser? Der wirkt einmal mehr wie ein Trainer, der gerade dann am gefährlichsten ist, wenn es ruhig um ihn wird.

463 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Das war zu wenig

ZAT 3, Christian für SV Werder Bremen am 01.02.2026, 09:38

Der zweite ZAT im Torrausch verlief für den SV Werder Bremen insgesamt wechselhaft und zeigte deutlich, wie eng und anspruchsvoll die Liga in dieser Saison ist. Bereits am 4. Spieltag musste Werder auswärts beim FC Augsburg antreten. In einer umkämpften Partie reichte den Fuggerstädtern ein Treffer zum knappen 1:0-Erfolg. Bremen hielt lange gut dagegen, konnte sich offensiv jedoch nicht entscheidend durchsetzen und blieb ohne Torerfolg.

Am darauffolgenden Spieltag empfing Werder Bremen Borussia Mönchengladbach im Weserstadion. Die Erwartungen auf einen Heimsieg waren groß, doch die Gäste präsentierten sich äußerst effizient. Trotz eines engagierten Auftritts der Grün-Weißen stand am Ende eine 1:3-Niederlage, die vor allem defensiv schmerzte. Die Gladbacher nutzten ihre Chancen konsequent und entführten verdient drei Punkte aus Bremen.

Am 5. Spieltag zeigte Werder dann jedoch Moral und Comeback-Qualitäten. Auswärts bei Holstein Kiel entwickelte sich ein torreiches Spektakel, das die Bremer mit 4:3 für sich entscheiden konnten. In einem offenen Schlagabtausch bewies Werder Nervenstärke und Durchschlagskraft in der Offensive. Dieser wichtige Sieg sorgte nicht nur für Punkte, sondern auch für neues Selbstvertrauen vor den kommenden Aufgaben.

Der Blick richtet sich nun auf den 3. ZAT, der weitere schwere Prüfungen bereithält. Zunächst empfängt Werder Bremen Arminia Bielefeld, ein Duell, das richtungsweisend sein könnte. Ein Heimsieg ist Pflicht, um sich im Tabellenmittelfeld zu stabilisieren. Danach wartet mit dem Auswärtsspiel beim FC Bayern München eine der größten Herausforderungen der Liga. Zum Abschluss steht das traditionsreiche Duell gegen Borussia Dortmund an, bei dem Werder erneut Heimstärke beweisen muss.

Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Werder Bremen die positive Energie aus Kiel mitnehmen und sich im Torrausch weiter nach oben arbeiten kann. ?⚽

295 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

101

ZAT 2, SamiNo für Eintracht Frankfurt am 31.01.2026, 10:38

SamiNo war klein, bevor er groß wurde. Nicht „klein“ im romantischen Sinn, sondern klein im ganz praktischen Sinne: kurze Beine, zu große Schultasche, und dieser Blick, der schon damals wirkte, als hätte er gerade einen Spielzug gesehen, den sonst niemand versteht.

Es war ein Dienstag, irgendwann in einem WM-Sommer vor vielen Jahrzehnten. In der Schule war WM nicht nur Sport, WM war Währung. Auf dem Pausenhof wurde nicht gespielt, da wurde gehandelt. Panini-Sticker waren keine Bildchen, sie waren Diplomatie. Der Tauschkreis war streng organisiert: Ein Doppelter durfte nur gegen einen Seltenen, ein Glitzernder nur gegen zwei Normale plus einen, der „noch ganz gut aussieht“.
Und dann gab es die heiligen Karten: die, die keiner hatte. Die, die angeblich existierten. Die, über die Erwachsene später behaupten würden: „Hab ich damals natürlich gehabt, hab ich nur verloren.“ Klar.

SamiNo hatte ein Album, das nach Klebstoff roch und nach Ehrgeiz. Er klebte ordentlich. Nicht, weil er brav war, sondern weil er wusste: Ordnung ist ein Vorteil, wenn Chaos regiert. In seiner Klasse gab es einen Jungen, nennen wir ihn Pascal, weil jeder Jahrgang so einen Pascal hatte. Pascal war kein schlechter Mensch. Er war einfach früh überzeugt, dass die Welt ihm schulde, was er gerade möchte. Er trug das Album wie eine Trophäe, obwohl es ihm gar nicht gehörte... es gehörte eigentlich dem Plan, den er lautstark verkündete.

„Ich hol mir das komplette Album, bevor die Gruppenphase vorbei ist“, sagte Pascal und grinste. Das war seine Art von Pressearbeit.

SamiNo schwieg. Er schwieg oft. Nicht aus Schüchternheit, sondern aus Misstrauen gegenüber Leuten, die zu viel ankündigen. Er hatte ein Ziel: eine bestimmte Karte. Nicht irgendeine. Die Karte, die alle wollten: der Kapitän einer Mannschaft, die in jener WM plötzlich wichtig wurde, obwohl vorher niemand sie auf dem Zettel hatte. Ein Sticker, der auf dem Schulhof nur „Der Kapitän“ hieß. Alle wussten, welcher gemeint war. Keiner sagte den Namen, weil das den Preis erhöht hätte.

SamiNo hatte zwei Dinge: Geduld und einen doppelten Torwart, den Pascal unbedingt brauchte. Pascal hatte den Kapitän. Offiziell natürlich nicht. Aber jeder wusste es. Pascal war wie ein Kaugummi unter dem Tisch: Man sieht ihn nicht immer, aber er klebt an allem.

In der großen Pause kam es zur Verhandlung. Pascal lehnte sich an den Zaun wie ein Manager, der sein erstes Interview gibt.

„Was gibst du?“
SamiNo hielt den doppelten Torwart hoch.
Pascal lachte. „Torwart ist langweilig. Torwart ist wie Mathe.“
„Mathe gewinnt Prüfungen“, sagte SamiNo.
Pascal blinzelte. Er verstand den Satz, aber er mochte ihn nicht.

SamiNo setzte nach, ohne lauter zu werden: „Torwart ist selten. Alle brauchen ihn am Ende. Auch wenn sie vorher so tun, als nicht.“
Pascal tat so, als müsste er nachdenken. Das war seine Spezialität. Er spielte gern Zeit. Er spielte gern wichtig. Er spielte gern sich selbst.

„Okay“, sagte Pascal schließlich. „Aber du kriegst den Kapitän nicht.“
„Dann brauche ich dich nicht“, sagte SamiNo und drehte sich um.

Das war der Moment, der sich bei ihm festsetzte. Nicht der Kapitän. Sondern das Prinzip: Wer zu früh von Sicherheit spricht, versucht meistens nur, Unsicherheit zu verstecken. Und wer an einem Tisch sitzt, an dem ständig geredet wird, sollte lernen, wie man aufsteht.

Pascal rief ihm hinterher: „Wohin gehst du?“
SamiNo antwortete ohne sich umzudrehen: „Dahin, wo man nicht schreit, was man hat.“

Später, in der letzten Stunde, stand plötzlich ein Sticker auf SamiNos Tisch. Der Kapitän. Keine Notiz, kein Deal, kein Applaus. Nur das Bild. Sauber. Unbenutzt. Fast respektvoll hingelegt.

SamiNo schaute kurz nach links, nach rechts. Niemand schaute zurück. Pascal tat so, als wäre er ganz vertieft in sein Heft. Ein bisschen zu vertieft.

SamiNo klebte den Sticker ein. Langsam. Genau. Und er verstand etwas, das ihn nie wieder verließ: Manchmal gewinnt man nicht durch den Handel, sondern dadurch, dass man ihn ablehnt.

„Chef.“

Der Stuhl neben ihm knarzte. Die Erinnerung zerfiel wie ein schlecht geklebter Sticker. SamiNo war nicht mehr auf dem Pausenhof, sondern in der Kantine der Eintracht. Neonlicht. Tabletts. Kartoffeln, die aussehen wie Kartoffeln, und Hähnchen, das so tut, als wäre es freiwillig hier.

Jean-Pierre hatte sich gesetzt, als wäre das sein Platz. Jean-Pierre setzte sich immer, als wäre alles sein Platz.

„Chef, ich habe ein System für uns“, sagte JP und tunkte Brot in etwas, das entweder Suppe oder Philosophie war.
SamiNo nickte. Das war die sicherste Reaktion.

„Ein System gegen St. Pauli“, fuhr JP fort, „weil wir spielen gegen St. Pauli. Und St. Pauli ist…“
„Ein Gegner“, sagte SamiNo.
„Nein, Chef, St. Pauli ist ein Geräusch. Immer Geräusch. Wenn sie gewinnen, Geräusch. Wenn sie verlieren, Geräusch. Wenn sie nichts schreiben, auch Geräusch, aber dann im Kopf. Es ist gefährlich.“

SamiNo aß langsam. Er hatte gelernt, JP nicht zu schnell zu stoppen. JP war wie ein Zug ohne Fahrplan: Wenn man ihn anhält, steht er mitten auf der Strecke.

JP beugte sich vor, flüsterte: „Ich habe die Tabelle gesehen. Bremen oben. Stuttgart auch. Und wir sind…“
„Im Mittelfeld“, sagte SamiNo.
JP hob die Augenbrauen. „Nein, Chef, wir sind im Zustand.“
„In welchem Zustand?“
„In einem Zustand, wo man nicht weiß, ob man gut ist oder ob die anderen nur schlecht sind. Das ist ein sehr deutscher Zustand.“

SamiNo musste kurz lächeln. Nicht, weil es lustig war, sondern weil es so klang, als hätte JP aus Versehen etwas Wahres gesagt.

„Und was ist dein System?“ fragte SamiNo.

JP zog ein zusammengefaltetes Blatt aus seiner Tasche. Darauf waren Pfeile, Kästchen, Zahlen, eine kleine Skizze von einem Schwein, und das Wort „RUHE“ dreimal unterstrichen.

„Wir machen das Gegenteil von dem, was sie erwarten“, sagte JP.
„Was erwarten sie?“
JP zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Aber wir machen das Gegenteil.“

„Und wenn sie nichts erwarten?“
JP strahlte. „Dann haben wir gewonnen, Chef, weil sie verwirrt sind.“

SamiNo legte die Gabel ab. „JP, ich will nicht, dass sie unsere Taktik erkennen.“
JP nickte so heftig, dass sein Wasser beinahe umfiel. „Natürlich nicht. Deswegen schreibe ich auch alles hier auf.“
SamiNo starrte das Blatt an. „Warum?“
JP flüsterte: „Damit wir es nicht vergessen.“
„Und wenn es jemand findet?“
JP nahm einen Bissen Brot. „Dann ist er auch verwirrt.“

In diesem Moment stand der Koch hinter ihnen und stellte ein Dessert hin. Es sah aus wie Pudding, roch aber nach Überraschung.

„Für Monsieur Jean-Pierre“, sagte der Koch.
JP nickte stolz. „Sie kennen mich.“
Der Koch grinste kurz und ging weiter.

SamiNo schaute auf den Pudding. Dann auf JP.
„Warum bekommst du Dessert?“

JP löffelte einmal, schmatzte, verzog das Gesicht. „Das ist kein Pudding. Das ist…“ Er las das kleine Schildchen. „Panini.“

SamiNo blinzelte. „Panini?“
JP nickte ernst. „Ja, Chef. Saisonaktion. In jedem Dessert ist ein Sticker.“

SamiNo starrte ihn an. „Ein Sticker?“
JP griff mit dem Löffel tiefer, zog etwas heraus und hielt es hoch: eine kleine, eingeschweißte Karte.

„Chef“, sagte JP feierlich, „ich habe den Kapitän gezogen.“

SamiNo nahm die Karte. Er drehte sie um.
Es war kein Spieler.
Kein Trainer.
Kein Gesicht.

Nur ein leeres Feld. Weiß.
Und darunter in kleiner Schrift: „Platzhalter – wird später bestimmt.“

JP runzelte die Stirn. „Kaputt?“
SamiNo schüttelte langsam den Kopf. „Nein.“

Er legte die Karte auf den Tisch, genau zwischen Salzstreuer und Senfglas.
„Das ist die wichtigste Karte“, sagte er.
„Warum?“ fragte JP.

SamiNo stand auf. „Weil sie allen zeigt, dass sie glauben, sie wüssten schon, wer wichtig wird.“

JP schaute der Karte hinterher, dann dem Rücken seines Trainers.
„Chef?“
„Ja?“
„Und wer wird es?“

SamiNo blieb kurz stehen.
„Das entscheiden wir erst nach dem Spiel gegen St. Pauli.“

JP nickte. Nachdenklich.
Dann nahm er den Sticker, klebte ihn nicht ein, sondern steckte ihn in seine Jackentasche.

„Gut“, murmelte er, „dann bleibt er erstmal frei.“

Und genau in diesem Moment verstand niemand in der Kantine - nicht der Koch, nicht JP, nicht einmal SamiNo selbst –
ob das jetzt ein Plan war oder einfach nur der Anfang von etwas, das man später erklären würde.

1634 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Gelungener Start für die Schwaben

ZAT 2, Florian Kraus für VfB Stuttgart am 30.01.2026, 09:40

Der VfB Stuttgart ist mit einem gelungenen ersten ZAT in die neue Saison gestartet. Unter Trainer Florian Kraus holten die Schwaben aus zwei Partien sechs Punkte und setzten damit früh ein sportliches Ausrufezeichen, auch wenn es aufgrund des Torverhältnisses zunächst noch nicht für die Tabellenführung reicht.

Zum Auftakt stand für den VfB gleich eine echte Standortbestimmung an. Auswärts ging es zum amtierenden Meister FC Augsburg, der als einer der Topfavoriten in die Saison gestartet war. Stuttgart zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und präsentierte sich von Beginn an gut organisiert, zielstrebig und effizient. Die Gäste nutzten ihre Chancen konsequent und erspielten sich im Laufe der Partie klare Vorteile. Am Ende stand ein verdienter 4:1-Auswärtserfolg, der sowohl in der Höhe als auch in der Spielkontrolle überzeugte.


Im anschließenden Heimspiel tat sich der VfB deutlich schwerer. Der Gegner agierte kompakt, ließ nur wenige Räume zu und verlangte den Stuttgartern viel Geduld ab. In einer insgesamt chancenärmeren Begegnung war vor allem defensive Stabilität gefragt. Stuttgart blieb konzentriert, arbeitete geschlossen gegen den Ball und belohnte sich schließlich mit einem knappen, aber nicht unverdienten 1:0-Heimsieg. Es war ein typischer Arbeitssieg, der weniger durch spielerische Highlights, dafür durch Einsatz und Disziplin geprägt war.


Mit zwei Siegen aus zwei Spielen fällt der Saisonstart für den VfB Stuttgart insgesamt zufriedenstellend aus. Die Mannschaft zeigte bereits eine gute Grundordnung und ein hohes Maß an Effizienz, auch wenn in einzelnen Bereichen noch Entwicklungspotenzial erkennbar ist. Trainer Florian Kraus und sein Team können auf diesem Auftakt aufbauen und gehen mit Rückenwind in die kommenden ZATs.


397 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Solides Debüt für Ben

ZAT 2, Ben für Eintracht Braunschweig am 27.01.2026, 13:33

Für den Aufsteiger Eintracht Braunschweig verlief der Saisonstart in der Bundesliga positiv. Die Auftaktpartie im Waldstadion der Eintracht Frankfurt verlor die Mannschaft von Neu-Trainer Ben zwar deutlich mit 3:0, die Heimspiel-Premiere gegen den FC St. Pauli verlief jedoch genau nach Maß. Der 3:0-Erfolg gegen die von Bens Landsmann Torsuchti trainierten Kiez-Kicker erfreut den Luxemburger sehr: "Ich bin glücklich, dass wir unseren Fans eine hervorragende Leistung und ein schönes Ergebnis liefern konnten."

Am nächsten Wochenende muss Eintracht Braunschweig auswärts in Bochum ran, bevor der 1. FC Köln ins Eintracht-Stadion kommt. Abschließend steht eine Auswärtsfahrt nach Augsburg auf dem Programm. "Wir wollen weiterhin Punkte sammeln und unseren Platz im sicheren Tabellenmittelfeld verteidigen", betont Ben. Aktuell stehen die Braunschweiger mit drei Punkten auf Rang neun der Tabelle. 

134 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Spitzenreiter

ZAT 2, Christian für SV Werder Bremen am 26.01.2026, 04:58



Der erste ZAT der neuen Torrausch-Saison ist Geschichte – und aus Bremer Sicht hätte der Auftakt kaum besser laufen können. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen, ohne ein einziges Gegentor, setzt der SV Werder Bremen direkt ein klares Ausrufezeichen und meldet sich früh als ernstzunehmender Faktor im Titelrennen an.

Zum Auftakt ging es auswärts an die Castroper Straße zum VfL Bochum. In einer Partie, die auf dem Papier enger hätte werden können, präsentierte sich Werder jedoch hochkonzentriert und eiskalt. Drei Treffer, saubere Defensivarbeit und ein verdienter 3:0-Auswärtssieg sorgten für einen perfekten Start. Bochum fand über 90 Minuten kein Mittel gegen die gut organisierte Bremer Mannschaft, die ihre Chancen effizient nutzte und keinerlei Zweifel aufkommen ließ.

Am zweiten Spieltag folgte das erste Heimspiel gegen den ambitionierten 1. FC Köln. Auch hier blieb Werder seiner Linie treu: geduldig, kontrolliert und defensiv stabil. Zwar war die Partie lange umkämpft, doch mit zunehmender Spielzeit setzte sich die höhere Qualität durch. Zwei Tore entschieden das Spiel, erneut stand hinten die Null – 2:0, sechs Punkte, 5:0 Tore. Ein Start nach Maß.

Währenddessen sorgten andere Ergebnisse ligaweit für erste Überraschungen: Borussia Dortmund deklassierte am zweiten Spieltag den FC Bayern mit 4:0, Leverkusen rehabilitierte sich nach der Auftaktpleite, und Stuttgart zeigte ebenfalls Konstanz. Doch Werder bleibt unaufgeregt – genau diese Ruhe scheint aktuell die größte Stärke zu sein.

Mit diesem perfekten 1. ZAT verschafft sich Bremen nicht nur eine hervorragende Ausgangslage, sondern auch Respekt bei der Konkurrenz. Der Blick richtet sich nun auf den kommenden ZAT, an dem auswärts in Augsburg und Kiel und zuhause gegen Mönchengladbach anspruchsvolle Aufgaben warten. Wenn Werder die gezeigte Stabilität konservieren kann, darf man an der Weser von einer langen, erfolgreichen Saison träumen.

306 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

Fehlstart des Meisters: FC Augsburg unter Druck

ZAT 2, Wasserlasser für FC Augsburg am 25.01.2026, 20:56

Zwei Spieltage sind gespielt, und doch wirkt die Tabelle bereits wie ein kleiner Schockmoment – zumindest aus Sicht des amtierenden Meisters. FC Augsburg findet sich nach dem Auftakt der neuen Saison auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Zwei Spiele, zwei Niederlagen, 1:8 Tore – ein Start, der so gar nicht zu den großen Ambitionen passt, mit denen der Titelverteidiger in die Spielzeit gegangen ist.

Während Augsburg noch sucht, haben andere sofort geliefert. SV Werder Bremen steht überraschend mit zwei Siegen an der Spitze, dicht gefolgt vom ebenfalls makellos gestarteten VfB Stuttgart. Dahinter gruppiert sich ein breites Mittelfeld, in dem nahezu jeder Verein bereits Punkte gesammelt hat – was den Fehlstart des Meisters umso deutlicher erscheinen lässt.

Besonders schmerzhaft für den FCA: Beide Niederlagen waren nicht nur punktlos, sondern auch defensiv ernüchternd. Acht Gegentore nach zwei Spieltagen wecken Erinnerungen an klassische Übergangsjahre, nicht an eine Mannschaft, die vor wenigen Monaten noch den Pokal stemmte und von einer erneuten Top-Saison sprach. Intern hatte man sich vorgenommen, früh ein Zeichen zu setzen – stattdessen steht Augsburg bereits unter Zugzwang.

Trainer Wasserlasser gibt sich dennoch betont ruhig. Im Gespräch mit der Zeitung ordnet er die Situation ein:

Herr Wasserlasser, letzter Platz nach zwei Spieltagen – wie groß ist die Sorge?

„Natürlich ist das ein Start, den wir uns komplett anders vorgestellt haben. Aber Panik wäre jetzt der falsche Begleiter. Wir haben zwei Spiele verloren, nicht unsere Qualität.“

Acht Gegentore wirken dennoch alarmierend.

„Ja, das ist zu viel, darüber brauchen wir nicht reden. Wir sind aktuell nicht sauber genug in unseren Abläufen. Das ist aber nichts, was man nicht korrigieren kann – lieber jetzt als im Frühjahr.“

Hat die Meisterschaft Erwartungen geweckt, die nun belasten?

„Erwartungen gehören dazu, das wussten wir. Entscheidend ist, wie man mit Rückschlägen umgeht. Diese Mannschaft hat bewiesen, dass sie reagieren kann.“

Was erwarten Sie in den nächsten Wochen?

„Eine klare Antwort auf dem Platz. Nicht in Interviews, nicht in Schlagzeilen. Wir müssen wieder einfacher spielen, stabiler stehen und uns Selbstvertrauen erarbeiten.“

Trotz der ernüchternden Tabellenlage herrscht rund um den FCA also noch kein Alarmismus, wohl aber spürbare Anspannung. Die Liga ist eng, der Abstand ins gesicherte Mittelfeld minimal – doch der Meisterbonus zählt nicht mehr. Für Augsburg gilt bereits früh in der Saison: Jetzt liefern, sonst wächst aus einem Fehlstart schnell eine echte Krise.

405 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)

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ZAT 1, SamiNo für Eintracht Frankfurt am 24.01.2026, 13:45

Saison 2025-3 ist Geschichte. Sie liegt jetzt da, fein säuberlich abgeheftet zwischen „DFB-Pokalfinale verloren“ und „Tabellenplatz fünf... ordentlich, aber keiner stellt dir dafür einen Pokal ins Wohnzimmer“. Eintracht Frankfurt startet in die Saison 2026-1 ohne internationales Reiseziel, ohne Donnerstagsflüge, ohne das Geräusch von Rollkoffern im Morgengrauen.
SamiNo nennt das „Fokus“.
Jean-Pierre nennt es „viel zu viel Freizeit“.

JP hatte diese Freizeit genutzt. Wie immer auf seine Art. Während andere Co-Trainer PowerPoint-Folien sortierten, checkte er ein in Pattaya, angeblich „zur mentalen Entlastung“ im Reich seiner "Lady's", er er sie immer nannte. Mit dabei: der Topstürmer der Eintracht, offiziell zur Teambildung, inoffiziell zur praktischen Demonstration dessen, was JP „Abschlussstärke“ nennt.

„Man muss lernen, richtig einzu­lochen“, erklärte JP am Strand, während er mit einem Cocktail hantierte und die Bikini's betrachtete, dessen Farbe (also die der Cocktails; Anm. d. Red.) nichts mit natürlichen Lebensmitteln zu tun hatte.
Der Stürmer nickte. Ob aus Überzeugung oder Verwirrung, ließ sich später nicht mehr klären. Alleine verließen JP und der Goalgetter nur selten den Strand.
Es wurde viel geübt und auch viel verstanden. Und noch mehr missverstanden.

Zurück in Frankfurt sprach man nicht darüber. Man sprach ohnehin wenig. SamiNo hatte früh klargemacht: keine Nachbetrachtung, keine Ausreden, kein Pathos. DFB-Pokal-Finalist klingt gut, Platz fünf liest sich solide, aber beides bringt dir in der neuen Saison keinen Punkt.
JP sah das anders. JP sah vieles anders.

Pünktlich zum inoffiziellen Alpen Cup war der Kader wieder vollständig. Deutschland, Schweiz, Österreich... es roch nach Höhenluft, Testspielen und diesen Pokalen, die aussehen wie Werbegeschenke von Sparkassen. Frankfurt spielte ordentlich, beweglich, wach. Halbfinale erreicht.

„Siehst du“, sagte JP, „die Berge machen uns hart.“
„Oder die Gegner sind höflich“, antwortete SamiNo.
JP notierte sich beides. Vermutlich gleichzeitig.
Während SamiNo sich weigerte, ein Saisonziel auszusprechen, hatte JP längst eine Liste.
Punkt eins: Kiez einnehmen.
Punkt zwei: Hamburg bleibt titelfrei.
Punkt drei: Der Floh frisst die Zecken.

SamiNo fragte nicht nach... Er hatte gelernt.
Der Alltag vor dem ersten ZAT verlief ruhig. Zu ruhig. Training, Analyse, Training. Kein internationales Video­studium, keine englischen Untertitel, kein osteuropäischer Schiedsrichter mit kreativer Linienführung.

„Es ist unnatürlich“, sagte JP, „eine Woche nur Bundesliga.“
„Gewöhn dich dran“, sagte SamiNo, „das ist Deutschland.“
In der Kabine hing ein neuer Plan. Nicht taktisch, sondern organisatorisch:
Montag: Regeneration.
Dienstag: Leverkusen.
Mittwoch: nochmal Leverkusen.
Donnerstag: Aufhören, über Leverkusen zu reden.
Freitag: Fahrt nach Leverkusen.
JP hatte daneben mit Filzstift ergänzt: „Samstag: überraschen.“
Niemand wusste, wen.

Der erste Spieltag führt die Eintracht zu Bayer 04 Leverkusen. Gut sortiert, ambitioniert, immer ein bisschen beleidigt, wenn man sie nicht ernst genug nimmt.
JP nahm sie sehr ernst. Er sprach drei Tage lang ausschließlich in Farben.
„Sie sind rot“, sagte er.
„Alle sind rot“, sagte SamiNo.
„Nein“, erwiderte JP, „sie sind aggressiv rot. Wie Lippenstift nach schlechtem Küssen.“
SamiNo schloss kurz die Augen.

Am zweiten Spieltag kommt Ben von Braunschweig nach Frankfurt. Neuer Trainer, neues Vokabular, frische Pressekonferenzen. JP freute sich.
„Neue Trainer sind wie ungeöffnete Pralinen“, sagte er.
„Du meinst, man weiß nicht, was drin ist?“
„Nein“, sagte JP, „man weiß nur, dass es irgendwann klebrig wird.“

Und irgendwo im Norden schrieb Kaiserchen-Klein-Suchti bereits an seinem ersten Artikel. Man hörte es förmlich. Das Tippen. Das Einatmen. Die Vorbereitung der nächsten großen Ankündigung.
JP grinste.
„Er wird wieder sagen, dass sie uns regieren.“
„Lass ihn“, sagte SamiNo.
„Aber Chef“, flüsterte JP, „Revolutionen scheitern selten an Gegnern. Meist an sich selbst.“

Die Tage vergingen. Die Saison stand vor der Tür. Keine Hymne, kein Europapokal, kein Vorwand. Nur Liga. Am Abend vor dem ersten ZAT saßen SamiNo und JP noch im Büro.
„Weißt du“, sagte JP plötzlich, ganz leise, „vielleicht ist das unsere beste Saison.“
„Warum?“
JP zuckte mit den Schultern.
„Kein Europa. Kein Lärm. Nur Fußball.“

Er stand auf, ging zur Tür, drehte sich noch einmal um und sagte:
„Und falls wir doch scheitern... ich kenne da einen Strand. Da lernt man viel über Timing.“

822 Wörter. (Artikel wird mit 0,4 TK honoriert)
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